Paukenschlag in der Goldbranche – Fusion schafften größten Goldschürfer der Welt

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Goldbranche im Fusionsfieber. Newmont Mining zieht mit Milliardendeal am Erzrivalen Barrick Gold vorbei (Foto: Image Wizard/Shutterstock)

Zum Jahresauftakt erwischt es nun auch die Rohstoffbranche. Der US-Bergbaukonzern Newmont Mining will mit einer Milliardenübernahme zum führenden Goldschürfer der Welt aufsteigen. Hierzu legte der Konzern eine Offerte für die aktuelle Nummer zwei der Branche, den kanadischen Konkurrenten Goldcorp, auf den Tisch.

Transaktion der Superlative

Laut der jüngsten Meldungen soll der Kauf als Aktiengeschäft plus Barkomponente über die Bühne gehen. Offenbar haben sich die Führungen beider Unternehmen bereits auf die Modalitäten geeinigt. Newmont bietet demnach im Tausch für eine Goldcorp-Aktie jeweils 0,328 Anteile des eigenen Unternehmens plus 0,02 Dollar.

Damit ergibt sich ein Preis von 11,46 Dollar auf Basis der Schlusskurse vor der Übernahme. Dies entspricht einem Aufschlag von 17 % im Vergleich zum volumengewichteten Durchschnittspreis der vergangenen 20 Tage und lässt den Transaktionswert auf 10 Milliarden Dollar anschwellen. Inklusive der Verschuldung wird Goldcorp sogar mit 12,5 Milliarden Dollar bewertet.

Milliardendeal schafft Rohstoffriesen

Der Deal ist damit eine richtig große Nummer und stellt die bislang größte Übernahme im Goldgeschäft dar. Im vergangenen September hatte bereits Barrick Gold Corp seinen Rivalen Randgold Resources für 5,4 Milliarden Dollar übernommen und die Latte damit hochgelegt.

Durch die Übernahme entsteht ein neuer Branchenriese, der so viel Gold fördert wie kein anderer Konzern. Sie müssen wissen: Zuletzt produzierte Newmont allein jährlich 5,3 Millionen Unzen Gold, während Goldcorp auf 2,6 Millionen Unzen kam. Die neue Gesellschaft namens Newmont Goldcorp wird über Goldminen auf dem nordamerikanischen Kontinent (75%), in Australien (15%) und in Ghana (10%) verfügen.

Mit dem Zukauf wird die bisherige Nummer Eins der Goldbranche, Barrick Gold, von seinem Spitzenplatz verdrängt.

Goldkonzerne unter Zugzwang

Nach der Übernahme von Randgold Resources durch Barrick Gold vor wenigen Monaten hatten Experten bereits prognostiziert, dass dies nicht der letzte Deal gewesen sein wird. Gründe für eine erhöhte Übernahmeaktivität gibt es nämlich genug.

Zum einen steigen die Kosten für die Goldförderung, zum anderen wird es immer schwieriger, neue Goldreserven aufzuspüren. Durch Verschmelzungen sollen Synergien gehoben werden, die den anziehenden Preisen für Ausrüstung, steigenden Löhnen und höheren Ausgaben zur Einhaltung von Umweltauflagen entgegenwirken.

Synergien im Fokus

Dabei soll sich der Zusammenschluss auch spürbar auf die Kosten der Konzerne auswirken. Newmont wird etwa 100 Millionen Dollar jährlich einsparen. Weiteres Einsparpotenzial dürfte im Rahmen einer fortlaufenden Initiative identifiziert werden. Zugleich dürften die fusionierten Unternehmen zusätzlich in den kommenden Jahren Vermögenswerte im Wert von 1 bis 1,5 Milliarden Dollar abstoßen, darunter die nicht zum Kerngeschäft gehörenden Minen.

Die erste Reaktion der Anleger fiel deutlich aus. Während die Goldcorp-Papiere knapp zweistellig im Plus notierten, sackten die Newmont Mining-Aktien um 8,5% nach der Ankündigung des Deals in den Keller.

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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Der gewiefte Börsen-Profi Jens Gravenkötter verdankt seinen Erfolg nicht zuletzt seinem Wissen aus seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und seinem Studium der Volkswirtschafslehre.