Paul Hartmann: Trotz Prognose-Senkung interessant

Trotz kleiner Gewinn-Warnung sollten Sie die Paul Hartmann AG kennen. Ich stelle Ihnen das Unternehmen daher in diesem Artikel vor. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Kennen Sie die Paul Hartmann AG? Und wenn ja: Wussten Sie, dass der Konzern börsennotiert ist? – Nein?! – Kein Problem: Dann befinden Sie sich in bester Gesellschaft.

Denn die Paul Hartmann AG ist die wahrscheinlich unbekannteste börsennotierte AG in Deutschland.

Dabei generiert das Unternehmen mehr als 1 Mrd. € Umsatz pro Jahr und kommt auf einen Börsenwert von mehr als 1 Mrd. €.

Bevor ich dazu komme, warum die Firma an der Börse ein Schattendasein führt und auf die jüngsten Zahlen und Fakten eingehe, stelle ich Ihnen die Paul Hartmann AG kurz vor:

Paul Hartmann AG: Ein wichtiger Hersteller von Medizin- und Pflege-Produkten

Der 1818 gegründete Traditions-Betrieb Paul Hartmann ist ein führender Hersteller von Medizin- und Pflege-Produkten.

Die Hartmann-Gruppe stellt professionelle Systeme für Wundbehandlung, Inkontinenz-Versorgung und Infektions-Prophylaxe her.

Darüber hinaus bietet der Konzern ein medizinisches Sortiment für Konsumenten sowie Pflege- und Kosmetik-Produkte an.

Vielleicht kennen Sie die Erste-Hilfe-Sets und Verbandskästen von Hartmann oder die Kneipp-Produkte aus dem Drogeriemarkt.

Kneipp ist seit 2008 eine 100%ige Tochter der Paul Hartmann AG.

Ich gebe zu, dass das Geschäftsmodell des Unternehmens nicht besonders spannend klingt.

Spannend an solch „langweiligen“ Geschäftsmodellen ist jedoch, dass sie solide und wenig zyklisch (also nicht von der allgemeinen Konjunktur-Entwicklung abhängig) sind.

Darum kennt kaum jemand das Unternehmen

Kommen wir nun zum wichtigsten Grund für das Schattendasein der Paul Hartmann AG an der Börse:

Über viele Jahre hat die Schutzgemeinschaft der Paul-Hartmann-Aktionäre 80% der Anteile an der Firma kontrolliert.

Warum? – Ganz einfach: Vor rund 10 Jahren wollte ein Finanz-Investor die AG übernehmen.

Um diese Übernahme zu verhindern und auch um zukünftige Übernahme-Versuche zu unterbinden, bildeten einige wichtige Aktionäre die angesprochene Schutzgemeinschaft.

Diese wurde jedoch Ende 2015 aufgelöst. Daher sollten zukünftig mehr Paul-Hartmann-Aktien in den freien Handel gelangen.

Ein höherer Freefloat (mehr frei handelbare Aktien) wirkt sich oftmals positiv auf den Aktienkurs aus.

So hat die Paul-Hartmann-Aktie von Ende 2015 bis heute bereits um 20% zugelegt.

Korrigierte Prognose für das Geschäftsjahr 2017

Daran, dass ich die Aktie der Paul Hartmann AG auch zukünftig für spannend halte, ändert auch die korrigierte Ergebnis-Prognose für das laufende Jahr nichts.

Vor wenigen Tagen hat Paul Hartmann Folgendes gemeldet:

Aufgrund der Entwicklung der ersten 8 Monate des Geschäftsjahres 2017, der zu erwartenden Herausforderungen in den nächsten Monaten und der damit verbundenen gedämpften Geschäfts-Aussichten senke man die eigene Prognose hinsichtlich des operativen Gewinns (EBIT).

Der nun erwartete operative Gewinn (EBIT) liegt bei etwa 135 Mio. € nach 139,1 Mio.im Vorjahr. Bislang wurde von einem moderaten EBIT-Wachstum ausgegangen.

Gründe für die Senkung der Prognose sind v. a. jene:

  • die neue europäische Medizinprodukte-Verordnung, welche höhere regulatorische Kosten mit sich bringt,
  • der aktuelle Preisdruck am Markt
  • und ein langsameres Wachstum in den USA.

Der Umsatz soll im Vergleich zum Vorjahr weiterhin moderat steigen.

Fazit

Wenn Sie auf der Suche nach einem soliden, nicht zyklischen Nebenwerte-Investment sind, sollten Sie sich die Paul-Hartmann-Aktie einmal näher anschauen!

Allzu große Sprünge sollten Sie in naher Zukunft jedoch nicht erwarten.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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