„Paul wer?“ – Und noch ein attraktiver Nebenwert

Die Paul Hartmann AG ist in der Öffentlichkeit kaum bekannt. Dabei entwickelt sich die Aktie des Medizintechnik-Anbieters prächtig. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Gestern habe ich Ihnen hier mit KPS einen attraktiven Nebenwert vorgestellt, den nicht jeder kennt.

Heute präsentiere ich Ihnen einen weiteren Spezialwert: Die Paul Hartmann AG dürften vermutlich nur ganz wenige von Ihnen kennen…

Paul Hartmann: Medizin-Unternehmen mit langer Tradition

Die Paul Hartmann AG aus Heidenheim auf der Ostalb gehört zu den ältesten deutschen Industriebetrieben.

Bereits 1818 gegründet, ist das Unternehmen die älteste deutsche Verbandstoff-Fabrik.

Die Hartmann Gruppe vertreibt Medizin- und Pflegeprodukte und ist international tätig. Die Kerngeschäftsfelder sind:

  • Wundbehandlung (z. B. Wundauflagen, Fixierbinden, Pflaster),
  • Inkontinenz-Versorgung (z. B. Einweg-Slips und -Einlagen sowie Produkte zur Hautpflege bei Inkontinenz)
  • und Risikoschutz im OP (z. B. OP-Abdeckungen und -Bekleidung).

Ergänzt wird das Portfolio durch Produkte für die Kompressions-Therapie, Immobilisation und Erste Hilfe.

Seit der Übernahme von Bode Chemie bietet Paul Hartmann darüber hinaus auch professionelle Lösungen im Bereich Desinfektion an.

Der Konzern wächst langsam, aber stetig

Eine allzu vorbildliche Öffentlichkeits-Arbeit kann man dem schwäbischen Konzern zwar nicht unbedingt bescheinigen, ansonsten macht das Management aber einen guten Job.

Seit 2012 wuchs der Umsatz von 1,76 Mrd. € stetig auf zuletzt 1,99 Mrd. €, im Schnitt um 3% pro Jahr.

In diesem Zeitraum wurde die operative EBIT-Gewinnmarge von 4,9 auf 7,0% ausgeweitet.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg daher überproportional von 86,3 Mio. € um 61% auf 139,1 Mio. € im Geschäftsjahr 2016.

Dies entspricht einem durchschnittlichen Wachstum von rund 13% pro Jahr. Der Nettogewinn verbesserte sich seit 2012 ebenfalls um 61% auf zuletzt 90,1 Mio. €.

Management bestätigt Jahres-Prognose

Im 1. Halbjahr 2017 steigerte Paul Hartmann den Umsatz um gut 3% auf 1,01 Mrd. €.

Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit 65,4 Mio. € knapp 5% unter dem Vorjahreswert.

Ausschlaggebend dafür waren höhere Aufwendungen für Marketing und Vertrieb.

Dennoch rechnet die Unternehmens-Leitung für das Gesamtjahr weiterhin mit „moderaten“ Zuwächsen bei Umsatz und Ergebnis.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der Konzern beim Umsatz erstmals die 2-Mrd.-€-Marke knacken.

Die Dividende, die seit 2012 von 5,60 € auf zuletzt 7,00 € je Aktie erhöht wurde, dürfte daher zumindest auf dem Vorjahres-Niveau liegen. Aktuell beträgt die Dividendenrendite 1,6%.

Stetiger Aufwärtstrend

Vor dem Hintergrund, dass Paul Hartmann in einem konjunkturresistenten Geschäft tätig ist, spricht viel für eine Fortsetzung des stetigen Wachstums.

Damit sollte auch der Aktienkurs seinen Aufwärtstrend fortsetzen können.

Auf Sicht von 5 Jahren hat sich die Notierung mehr als verdoppelt. Dies entspricht einem Kurs-Anstieg von gut 15% pro Jahr.

paul hartmann

Riesige Kurssprünge sind von der Paul-Hartmann-Aktie zwar nicht zu erwarten, wohl aber weitere mittel- und langfristige Kurssteigerungen.

Die Aktie bewegt sich nun schon seit über 1,5 Jahren per Saldo seitwärts, ist aber nur 6% von ihrem Rekordhoch (467 €) entfernt.

Gelingt der Ausbruch aus der Seitwärts-Bewegung, geht der Aufwärtstrend in die nächste Runde. Mittelfristig sollten dann Kurse von mind. 550 € erreichbar sein.

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Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.