Paypal: Zahlungsspezialist läuft in Corona-Krise zur Höchstform auf

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Paypal entpuppt sich als klarer Krisengewinner: Die Aktie schießt nach Rekordzahlen auf neues Allzeithoch - und die Wachstumsdynamik bleibt weiter hoch. (Foto: JHVEPhotos / shutterstock.com)

Die Berichtssaison läuft auf Hochtouren und langsam wird sichtbar wie stark die einzelnen Firmen von der Corona-Pandemie wirklich betroffen sind. Bei dem US-Zahlungsabwickler Paypal steht nach der Präsentation der Ergebnisse fest: Der Konzern gehört zu den klaren Krisengewinnern. Durch die Schließung stationärer Geschäfte und umfangreicher Kontakt- bzw. Ausgangsbeschränkungen verlagerte sich der Einkauf von Kunden vielerorts noch stärker ins Internet. Das spielt Paypal in die Karten und hat dem Unternehmen ein herausragendes zweites Quartal beschert.

Das macht sich auch im Aktienkurs bemerkbar, der gerade ein neues Allzeithoch erreicht hat. Damit können sich Anleger seit März über einen Kurssprung von 130% freuen – seit dem Jahreswechsel liegen die Papiere über 80% im Plus.

Paypal im Portrait

PayPal betreibt ein Online-Bezahlsystem. Dieser Bezahldienst bietet seinen Kunden vor allem im Online-Handel eine sichere Möglichkeit für Geld-Überweisungen – über ein PayPal-Konto, per Lastschrift oder Kreditkarte. Kunden, die sich ein Konto bei PayPal einrichten, können darüber bei zahlreichen Online-Shops die finanzielle Seite von Kauf und Verkauf abwickeln oder auch schlichtweg Geld versenden.

Zu den Angeboten von PayPal zählen PayPal, PayPal Credit, die Bezahl-App Venmo und die Zahlungsplattform Braintree. Die Dienste richten sich sowohl an Privat- als auch an Geschäftskunden. Das 1998 gegründete Unternehmen wurde 2002 von eBay gekauft; im Juli 2015 wurde PayPal jedoch wieder ausgegliedert und erneut als eigenständiges Unternehmen an der Börse notiert.

Stärkstes Quartal aller Zeiten

Mit seinem Geschäftsmodell ist Paypal exzellent positioniert, um vom anhaltenden Boom beim Onlinehandel und digitalen Zahlungen zu profitieren. Das haben die aktuellen Zahlen zur Geschäftsentwicklung eindrucksvoll gezeigt: So kletterte der Umsatz im zweiten Quartal um 25% auf 5,26 Milliarden Dollar nach oben. Beim Gewinn konnte der Zahlungsspezialist sogar einen Zuwachs um 86% auf 1,5 Milliarden Dollar verbuchen. Unter dem Strich legte der Gewinn von 0,69 auf 1,29 Dollar je Aktie zu.

Paypal meldet weiter hohes Neukundenwachstum

Auch die Zahlen zum abgewickelten Zahlungsvolumen sind beeindruckend: Das gesamte Zahlungsvolumen stieg um 30% auf 222 Milliarden Dollar. Insgesamt wurden 3,7 Milliarden Transaktionen über die Plattform abgewickelt, ein Plus von 26% zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Zudem können sich immer mehr Nutzer für die Zahlungsmethode begeistern: PayPal meldete einen Anstieg der aktiven Netto-Neukonten im Jahresvergleich um 137% auf die Rekordmarke von 21,3 Millionen in diesem Quartal, den höchsten in seiner Geschichte. Insgesamt zählt Paypal damit mittlerweile 346 Millionen Nutzer.

Berührungslos einkaufen liegt voll im Trend

Dabei dürfte sich an dem positiven Trend wenig ändern. Zudem treibt der Konzern seine Technologieentwicklung weiter voran. PayPal hat damit begonnen, seine auf dem QR-Code basierenden berührungslosen Zahlungslösungen bei Klein- und Kleinsthändlern in 28 Ländern einzuführen. Und das Unternehmen verzeichnet auch eine beträchtliche Marktdurchdringung der Lösung bei mehr als 100 großen US-amerikanischen und europäischen Unternehmenshändlern.

Entsprechend zuversichtlich zeigt sich Firmenboss Dan Schulmann. Für das laufende Quartal hob er die Prognose an und erwartet nun ein Umsatzwachstum von 23% bis 25%. Für das komplette Geschäftsjahr 2020 wird ein Gewinnwachstum pro Aktie von etwa 25% erwartet, während das Umsatzwachstum im Bereich von 20% bis 22% liegen dürfte.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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