Paypal: Zahlungsspezialist legt 4 Mrd. Dollar für Rabattdienst Honey auf den Tisch

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Bezahldienst Paypal mit größter Übernahme der Firmengeschichte: US-Konzern legt 4 Milliarden Dollar für Rabattplattform auf den Tisch (Foto: BigTunaOnline / Shutterstock.com)

Nach starken Zahlen zum dritten Quartal macht der US-Bezahldienst Paypal mit einer großen Übernahme auf sich aufmerksam. Für insgesamt 4 Mrd. Dollar will der US-Konzern die Rabattplattform Honey schlucken und damit das Einkaufserlebnis seiner Kunden verbessern. Die Anleger reagieren zunächst verhalten auf die Ankündigung des Deals und sorgen mit ihren Abverkäufen für ein leichtes Tagesminus der Aktie.

Paypal im Portrait

PayPal betreibt ein Online-Bezahlsystem. Dieser Bezahldienst bietet seinen Kunden vor allem im Online-Handel eine sichere Möglichkeit für Geld-Überweisungen – über ein PayPal-Konto, per Lastschrift oder Kreditkarte. Kunden, die sich ein Konto bei PayPal einrichten, können darüber bei zahlreichen Online-Shops die finanzielle Seite von Kauf und Verkauf abwickeln oder auch schlichtweg Geld versenden.

Zu den Angeboten von PayPal zählen PayPal, PayPal Credit, die Bezahl-App Venmo und die Zahlungsplattform Braintree. Die Dienste richten sich sowohl an Privat- als auch an Geschäftskunden. Das 1998 gegründete Unternehmen wurde 2002 von eBay gekauft; im Juli 2015 wurde PayPal jedoch wieder ausgegliedert und erneut als eigenständiges Unternehmen an der Börse notiert.

Mit Honey-Deal holt Paypal sich eine Bonusplattform ins Haus

Jetzt übernimmt der US-Online-Zahlungsdienst Paypal die Bonus- und Rabattplattform Honey für 4 Milliarden. Dollar. Marketingtechnisch ist das ein cleverer Schachzug: Paypal kann damit seinen 24 Millionen Unternehmenskunden personalisierte Vouchers und Endkundenrabatte anbieten und diese in die gewohnten Prozesse integrieren.

Die 2012 gegründete Honey bietet für den Online-Handel Instrumente wie einen Einkaufsassistenten, eine automatische Preisbeobachtung und ein Bonusprogramm an und zählt den Angaben nach rund 17 Millionen aktive Nutzer. Der Dienst erreicht über 30 000 Online-Händler, darunter Modehändler, Reiseportale und Pizzalieferdienste. Paypal und ihr mobiler Bezahldienst Venmo vereinen mehr als 290 Millionen aktive Nutzerkonten und ein Netzwerk von 24 Millionen Händlerkonten auf sich.

Skeptiker bemängeln den hohen Preis

An dem Deal scheiden sich die Geister: Befürworter loben den strategischen Mehrwert, da der Zukauf sowohl die Händler- als auch die Verbraucherseite tangiert und beträchtliches Cross-Selling-Potenzial heben könnte. Skeptiker verweisen hingegen auf den hohen Preis. Im Rahmen der größten Übernahme der Firmengeschichte legt Paypal immerhin 230 Dollar pro Nutzer auf den Tisch. Das erscheint nicht wenig, vor dem Hintergrund, dass die Firma bislang wenig bis gar kein Geld verdient.

Kundenwachstum läuft auf Hochtouren

Aber auch ohne Honey laufen die Geschäfte bei Paypal auf Hochtouren. Im dritten Quartal hat PayPal 9,8 Millionen Kunden dazugewonnen. Mittlerweile sind 295 Millionen aktive Kunden, darunter 24 Millionen Händler, auf der Plattform. In den letzten Quartalen hat PayPal jedes Quartal 15-17% Kundenwachstum ausweisen können.

Paypal mit starkem dritten Quartal

Die enorme Neukundengewinnung macht sich auch in dynamischem Wachstum bemerkbar. Allein im letzten Vierteljahr kletterten die Umsätze um 19% auf 4,38 Milliarden Dollar nach oben. Die Zahl der durchgeführten Transaktionen kletterte um 25% auf 3,1 Milliarden. Das Gesamtvolumen aller abgewickelten Transaktionen (TPV) ist ebenfalls um 25% auf 179 Milliarden Dollar gestiegen. Besonders starke Zuwächse hat Paypal dabei im Endkundengeschäft verzeichnet: Das Volumen von P2P-Transaktionen ist um 39%, das Volumen von Transaktionen mit der Payment-App Venmo sogar um 64% gestiegen.

Durchbruch in China sorgt für Phantasie

Angesichts der starken Entwicklung erwartet Paypal für das Gesamtjahr ein Umsatzplus von 15% auf 17,70 bis 17,76 Milliarden Dollar und einen bereinigten Gewinn von 3,06 bis 3,08 Dollar pro Aktie. Auch für die nächsten Quartale zeigt sich die Konzernführung optimistisch – nicht zuletzt auf Grund der Fortschritte in China: Im September 2019 hat die People Bank of China PayPal die Erlaubnis erteilt, 70% des chinesischen Paymentanbieters GoPay zu erwerben.

Damit ist PayPal das erste ausländische Unternehmen in China, das mit einer eigenen Lizenz dort Payment-Dienste anbieten kann. PayPal arbeitet in China zwar schon erfolgreich mit Anbietern wie Union Pay und AliExpress zusammen, aber die eigene Lizenz ist der Durchbruch in den mit großem Abstand größten E-Commerce Markt der Welt.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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