PC-Absatz sinkt auf historischen Tiefststand

Im zurückliegenden Jahr wurden erstmals seit 2008 weniger als 300 Mio. Personal Computer verkauft. Im Schlussquartal brach der Absatz um 11% ein.

Die Hauptursachen waren die fehlende Akzeptanz des Betriebssystems Windows 10 und ausbleibende Hardware-Neuerungen. Die Folge sind längere Produkt-Lebenszyklen.

Hinzu kommt die wachsende Konkurrenz durch mobile Geräte wie Smartphones und Tablets. Ein Durchbruch ist erst dann zu erwarten, wenn die Computer im Hinblick auf Leistung oder Sicherheit an neue Grenzen stoßen.

Die schwache Nachfrage nach Druckern und klassischen Computern machte HP Inc. auch im 2. Quartal zu schaffen: Der Umsatz sackte um 11% ab.

In HP Inc. sind seit November das Drucker- und PC-Geschäft gebündelt. Die alte Firma hatte erst spät darauf reagiert, dass Kunden verstärkt Smartphones und Tablets statt klassische Computer kaufen.

Lenovo sah sich im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar auch mit schwierigen Marktbedingungen konfrontiert. Doch während der weltweite PC-Markt um 11% schrumpfte, schnitt Lenovo mit einem Minus von 6% noch relativ gut ab.

Erholung der Nachfrage zum Jahresende

Im 1. Quartal 2016 hielt die Nachfrage-Schwäche angesichts ausbleibender Innovationen und schleppender Konsum-Ausgaben weiter an.

Die Marktforscher von IDC rechnen jedoch mit einer Erholung der Nachfrage im Laufe des 2. Halbjahres. Die Prognose stützt sich auf eine zunehmende Migration auf das Betriebssystem Windows 10.

Zudem rechnen die Marktforscher mit einer Stabilisierung der Konsum-Ausgaben. Dies sollte sich positiv auf den PC-Absatz auswirken, zumal sich die Lagerbestände im Handel auf einem niedrigen Niveau befinden.

Apple setzt weniger iPhones ab

Unsere Befürchtungen, dass das iPhone seinen Zenit überschritten hat, wurde jetzt Gewissheit: Das erste Mal seit 2007 setzte Apple im Vergleich zum Vorjahres-Quartal weniger iPhones ab.

Apple verkauft zwar immer noch genügend iPhones – im 2. Quartal waren es mehr als 51 Mio. Stück, doch was war das letzte große Ding? Die Apple Watch war es ganz sicher nicht.

Das iPad kam auch schon 2010 auf den Markt und war ein Volltreffer. Das zeigt aber: Apple lebt v. a. von den großen Erfolgen aus der Ära Steve Jobs.

Derzeit repräsentiert Apple die Vergangenheit, nicht die Zukunft. Es stellt sich die Frage, wo das künftige Wachstum herkommen soll?

Auch die Apple Aktie hat schon deutlich bessere Zeiten erlebt, aber gerade die jüngste Entwicklung macht wieder Hoffnung auf steigende Kurse.

Seit der Star-Investor Warren Buffett Mitte Mai bei Apple eingestiegen ist, legte die Aktie in nur wenigen Tagen um mehr als 10% zu.

IBM und Cisco machen gemeinsame Sache

IBM und Cisco haben eine weltweite Zusammenarbeit angekündigt. Die beiden Konzerne wollen ihre Technologien für Unternehmen an entlegenen Standorten verfügbar machen.

Die Lösung kombiniert die Watson-IoT-Plattform und Echtzeit-Datenanalysen von IBM mit den Streaming-Edge-Analysen von Cisco.

Mit Cloud Computing können Unternehmen erhobene Daten sammeln und daraus wertvolle Informationen gewinnen. Für Unternehmen, die über keine Verbindung mit hoher Bandbreite verfügen, ist dies nicht, oder nur sehr langsam möglich.

Ciscos und IBMs Angebot richtet sich deshalb an Unternehmen am Rande von Computer-Netzwerken wie Ölplattformen, Fabriken, Reedereien und Bergwerke.

12. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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