PC-Geschäft wird zum Corona-Gewinner

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Der PC-Markt wuchs im 3. Quartal 2020 um rund 13%, das höchste Wachstum in den vergangenen 10 Jahren. (Foto: JHVEPhotos / shutterstock.com)

Der Trend hin zum Arbeiten im Homeoffice, der Unterricht in den eigenen vier Wänden sowie das Wachstum bei Computerspielen lassen die Nachfrage nach PCs und Zubehör stark steigen. Nach Berechnungen des Marktforschungsinstituts Canalys wuchs der PC-Markt im 3. Quartal um rund 13%.

Das war das höchste Wachstum der Branche in den letzten 10 Jahren. Marktführer blieb Lenovo mit einem Marktanteil von 24,3%, gefolgt von HP mit 23,6%. Weit abgeschlagen folgten die Hersteller Dell mit 15,1%, Apple mit 8,1% und Acer mit 7,1%. Nutznießer dieser Entwicklung war auch der Zulieferer Logitech, den wir mit 5 Sternen bewertet haben.

Die Zeichen stehen auf Wachstum

Die Marktforscher von IDC haben ihre Prognosen für den PC-Markt jüngst nach oben korrigiert. Für das 4. Quartal wird ein kräftiges Wachstum von 18% erwartet. Und der Markt soll auch im kommenden Jahr weiterwachsen. Waren die Marktforscher bislang noch von einem Rückgang des Marktes um 2% für 2021 ausgegangen, gehen sie in einer aktuellen Studie nunmehr davon aus, dass der Markt im nächsten Jahr um weitere 1% wächst und somit neue Rekorde erzielt. Die Frage: Wie geht es weiter? Verpufft der Effekt, wenn wir die Pandemie erfolgreich bewältigt haben?

Der Trend zum Homeoffice wird zur neuen Normalität

Derzeit deutet vieles darauf hin, dass die Branche das höhere Umsatzniveau langfristig halten und ausbauen kann. Top-Manager von Lenovo und Logitech sehen den Trend zum Arbeiten zu Hause als neue Normalität. Jüngste Studien bestätigen die Einschätzung. So schätzt das ifo-Institut, dass 56% der deutschen Beschäftigten grundsätzlich von Zuhause arbeiten könnten – das sind mehr als doppelt so viele wie aktuell.

Zudem gaben 67% der befragten Unternehmen an, langfristig stärker das Homeoffice ihrer Beschäftigten nutzen zu wollen. Flankiert wird dies durch die Überlegungen der Unternehmen zur Einsparung von Büroflächen sowie durch die staatlichen Bemühungen, das Homeoffice zu fördern wie durch den Gesetzentwurf zum mobilen Arbeiten in Deutschland.

Die Kernfrage: Einmaleffekt oder Megatrend?

Die Verschiebung von Arbeit vom Büro zum Homeoffice erscheint also nachhaltig. Hinzu kommen der Trend zum Unterricht durch Bildungseinrichtungen in den eigenen vier Wänden sowie die steigenden Ausgaben der Verbraucher für Tablet-PCs sowie für Spiele-PCs.

Zudem muss mit Blick auf die Zukunft berücksichtigt werden, dass die gestiegenen Käufe von PCs und Zubehör vonseiten der Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Verbraucher über kurz oder lang Ersatzinvestitionen durch Verschleiß sowie ständige technologische Neuerungen von Hard- und Software nach sich ziehen werden. Kurzfristige Nachfrageschwankungen sind mit Blick auf das 2. Halbjahr 2021 durchaus zu erwarten. Langfristig deutet derzeit jedoch vieles auf einen nachhaltigen Wachstumstrend der Branche hin.

Die Digitalisierung schadet den Urgesteinen der Branche

Während vor allem Hersteller von Notebooks profitieren, schadet der Trend zum Homeoffice Netzwerk- und IT-Spezialisten. Firmen wie Cisco und IBM verdienen einen Großteil ihres Geldes mit Firmennetzwerken, an denen während der Pandemie kräftig gespart wird. Die Urgesteine der IT-Branche versuchen deshalb ihren Marktanteil bei Cloud- und Konferenztools weiter auszubauen, um im 21. Jahrhundert Fuß zu fassen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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