Peach Property begibt Optionshybridanleihe

Peach Property begibt eine Optionshybridanleihe. Doch der Kurs hat bereits einiges vorwegge-nommen. Zudem droht von der Zinsseite Unheil. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Heute früh wurde bekannt, dass das Schweizer Immobilienunternehmen Peach Property eine nachrangige Unternehmensanleihe im Volumen von 60 Millionen Schweizer Franken platziert hat. Das ursprünglich avisierte Zielvolumen von bis zu 100 Millionen Franken wurde damit klar verfehlt.

Frisches Kapital für weiteres Wachstum

Bemerkenswert ist die Ausstattung der Anleihe. Es handelt sich nämlich um eine Optionshybridanleihe, ist also eine Mischung aus Hybrid- und Optionsanleihe. Aus dem hybriden Bestandteil folgt, dass die Schuldverschreibung eine unbegrenzte Laufzeit aufweist. Eine Kündigung durch die Emittentin ist erstmalig in fünf Jahren, im Juni 2023, möglich. Bis zu diesem Zeitpunkt beläuft sich die fixe Nominalverzinsung auf 1,75 % pro Jahr.

Sollte die Anleihe nicht gekündigt werden, wechselt die fixe Nominalverzinsung in eine variable, die sich aus dem dann gültigen Kapitalmarktzins zuzüglich eines Risikoaufschlags von mindestens 9,25 % errechnet. Angesichts dieser hohen Nominalverzinsung ist es also äußerst wahrscheinlich, dass die Anleihe nach Ablauf der Mindestlaufzeit gekündigt werden wird.

Attraktiv wird die Anleihe durch die Optionsscheine, die an der Anleihe „angehängt“ sind. Zu jeder Schuldverschreibung im Nennwert von 1.000 Franken erhält der Anleger vier Optionsscheine zum Bezug von Namensaktien der Peach Property Group. Dabei berechtigt jeder Optionsschein zum Bezug einer Namensaktie zum Ausübungspreis von 25,00 Franken. Der Ausübungszeitraum läuft vom 25. Juni 2018 bis zum 25. Juni 2021. Bei einem aktuellen Aktienkurs von 30,90 Franken werden die Optionsscheine also bereits heute „im Geld“ gehandelt. Insofern stellt die Hybridanleihe eine attraktive Einstiegsgelegenheit für interessierte Investoren dar.

Das Geschäftsmodell im Überblick

Peach Property weist ein für ein Immobilienunternehmen ungewöhnlich spitzes Geschäftsmodell auf: Das Schweizer Unternehmen investiert ausschließlich in Wohnanlagen, typischerweise in B-Städten im Einzugsbereich von Ballungsräumen. Im Fokus stehen dabei die Regionen Nordrhein-Westfalen, Rheinland, Hessen und die Umgebung von Zürich. Die Aktivitäten umfassen dabei die gesamte Wertschöpfungskette, von der Standortauswahl über den Erwerb bis hin zum aktiven Asset Management und der Vermietung bzw. dem Verkauf der Immobilien.

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Weiterer Ausbau des Immobilienbestands

Durch die Anleihe soll der Immobilienbestand auf rund 11.000 von derzeit 8.000 Wohnungen erhöht werden; bislang hatte die Gesellschaft nur 9.000 Einheiten anvisiert. Darüber hinaus sollen höherverzinsliche Verbindlichkeiten zurückgezahlt werden.

Allerdings wird sich die Ertragslage für Immobilienunternehmen in den kommenden Jahren zunehmend unattraktiv. Zum einen steigen die Immobilien- und Grundstückspreise trotz Warnungen vor Preisübertreibungen unentwegt weiter an. Ein Teil dieses Preisanstiegs ist jedoch auf das historisch niedrigen Zinsumfeld zurückzuführen – das sich bekanntlich in den vergangenen Monaten gedreht hat, nachdem die US-amerikanische Fed den Leitzins bereits zum wiederholten Mal angehoben hat.

Erhöhungen des Leitzinses haben aber nicht nur steigende Zinsen für Kredite zur Folge, auch die Verfügbarkeit von Kapital geht zurück, da Kreditgeber dann typischerweise nur noch einen kleineren Anteil des Kaufpreises als Darlehen zur Verfügung stellen. Kredite werden also nur zu geringeren „Loan-to-Value-Ratios“ vergeben, was unmittelbare Auswirkungen auf die Nachfrage insbesondere nach Wohnimmobilien hat.

Für Peach Property kommt die Optionshybridanleihe also zum richtigen Zeitpunkt. Ob Anleger auf dem jetzigen Kursniveau auch auf Basis des Ausübungspreises noch einsteigen sollten, ist zumindest aus makroökonomischer Sicht fraglich.


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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.