Peak Oil wahrscheinlich: Von nun an geht`s bergab beim Öl

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Auch die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) erwartet schon bald das Fördermaximum beim Öl. In der Folge werden die Preise steigen. (Foto: Christopher Halloran / shutterstock.com)

Der Boom der Rohstoffe in den vergangenen zehn Jahren hat massive Folgen: Je schneller die bekannten Ressourcen ausgebeutet werden, desto schneller ist mit Engpässen bei der Versorgung zu rechnen. Speziell bei den Energierohstoffen muss es hier zu einem Umdenken kommen.

Und in Deutschland sind wir mit der Energiewende und dem größeren Einsatz erneuerbarer Energieträger auf einem guten Weg. So könnte man jedenfalls auf den ersten Blick meinen. Doch in Wahrheit decken die herkömmlichen Energieträger noch 85% des aktuellen Energiebedarfs in Deutschland. In diese Kategorie fallen eben Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch: Schon heute werden 15% des Energiebedarfs mit alternativen Energieträgern gedeckt – Tendenz weiter steigend.

Das muss auch passieren, weil schon in wenigen Jahren die Atomenergie in Deutschland vor dem Aus steht: Nach heutigen Stand ist im Jahr 2022 Schluss mit dieser Form der Energieerzeugung -Zumindest in Deutschland.

Aber eine viel größere Bedeutung hat in Deutschland das Erdöl. Trotz vieler Initiativen hin zu alternativen Antrieben, wird es auf absehbare Zeit bei der Mobilität keine wirklichen Alternativen zum Verbrennungsmotor geben, die auch wirklich eine große Marktdurchdringung erlangen.

Insofern ist es extrem wichtig, nach der weiteren Versorgungsicherheit mit Erdöl zu schauen. Genau das macht einmal im Jahr die Bundeanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Dieses Jahr steht die Studie unter dem Titel: „Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen“ Und gleich zu Beginn steht dort ein starkes Statement der BGR: „Ein globales Maximum der Erdölproduktion, auch bekannt als „Peak Oil“, rückt näher.“

Das ist eine klare Antwort auf eine sehr umstrittene Frage. Bei der Peak Oil Theorie geht es eben genau um das weltweite Maximum der Erdölproduktion. Viele Experten sagen schon heute, dass wir diesen Höhepunkt schon erreicht haben oder kurz davor stehen. Die andere Position besagt wiederum, dass in der Vergangenheit immer wieder neue große Ölvorkommen entdeckt wurden, die dann alte Berechnungen über die Reichweite der bestehenden Reserven obsolet machten.

Ölproduktion steigt stetig weiter – aber das wird sich bald ändern

Aber eins müssen Sie sich heute klar machen: Die weltweite Ölförderung ist seit der Jahrtausendwende bis 2012 um knapp 22% gestiegen. Eine weitere Fortsetzung dieser Dynamik wird notwendig sein, um den ungeheuren Energiehunger in den aufstrebenden Schwellenländern decken zu können.

Doch neue große Vorkommen müssen mit einem ungeheuren technischen Aufwand erst einmal in die Produktion gebracht werden. Selbst wenn es also gelingen sollte die erforderlichen 100 Mio. Barrel pro tag zu fördern – die Ölpreise werden dabei massiv steigen. Und dabei sind externe Faktoren wie Unruhen in wichtigen Förderländern des Mittleren Ostens noch gar nicht mit eingerechnet. Für Sie heißt das: Bei Investments im Rohstoffbereich sollten Sie das große Aufwärtspotenzial beim Ölpreis immer mit bedenken.

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Heiko Böhmer
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