Pelikan: Traditions-Unternehmen verschwindet von der Börse

In einigen Bundesländern sind die Sommerferien vorbei und das neue Schuljahr hat begonnen.

Dazu gehört stets auch, dass Eltern oder Großeltern ihre Kinder oder Enkel mit neuen Schreibutensilien eindecken.

Das steckt hinter Pelikan

Dabei kommen Sie an einem deutschen Traditions-Betrieb kaum vorbei: Pelikan.

Die meisten von Ihnen dürften Pelikan noch aus ihrer aktiven Schulzeit kennen.

Denn die Firma, welche bis April 2015 als Herlitz AG firmierte (die Pelikan-Muttergesellschaft hatte auch die Herlitz AG gekauft und beide Einheiten verschmolzen), wurde bereits im Jahr 1838 in Hannover gegründet.

Sie dürften vor allem Stifte, Hefte, Füllfederhalter und Tinten-Patronen mit Pelikan und Herlitz in Verbindung bringen.

Doch jetzt verschwindet die Pelikan AG von der Börse; der malaysische Großaktionär beabsichtigt einen sogenannten Squeeze-out.

Was genau das ist und was das für die Aktionäre der Pelikan AG bedeutet, erfahren Sie jetzt:

Beabsichtigter Squeeze-out

Der Großaktionär, die in Malaysia ansässige Pelikan International Corporation Berhad („PICB“), hat kürzlich gegenüber dem Vorstand der Pelikan AG einen Preisvorschlag für die Barabfindung der Minderheits-Aktionäre definiert.

Die PICB hat dabei die Barabfindung für die Übertragung der Aktien der Minderheits-Aktionäre der Pelikan AG auf die PICB auf 1,11 € je Stückaktie der Pelikan AG festgelegt.

Der erforderliche Beschluss soll auf der ordentlichen Hauptversammlung der Pelikan Aktiengesellschaft gefasst werden, die für den 6. Oktober geplant ist.

Die Aktie von Pelikan hat in den vergangenen 12 Monaten um 90% zugelegt; derzeit notiert sie bei 1,16 € – und damit über der vorgeschlagenen Barabfindung.

Pelikan-Großaktionär PICB hatte am 7. März angekündigt, die Aktien der Minderheits-Aktionäre übernehmen zu wollen.

Zu diesem Zeitpunkt notierte die Aktie noch unter der 1€-Marke.

So funktioniert ein Squeeze-out

To squeeze-out bedeutet „herauspressen“.

Wenn ein Großaktionär mind. 95% der Stimmrechte besitzt, kann er die restlichen Aktionäre aus dem Konzern herauspressen und so den Aktien-Anteil auf 100% erhöhen.

Für diesen Zwangs-Verkauf gibt es jedoch feste Regeln – es wird ein Gutachten erstellt, das den Wert des Unternehmens ermittelt.

Der Großaktionär hat 2 Optionen:

1)

Er kann den Mindestpreis bieten. Wenn er damit durchkommt, spart er bei der Übernahme viel Geld.

Der Nachteil: Profi-Investoren werden gegen diesen  Preis klagen. Der Rechtsstreit dauert mehrere Jahre.

Der Großaktionär muss daher die Gerichtskosten einkalkulieren – und zusätzlich das Risiko, dass ein Gericht den Übernahme-Preis erhöht.

2)

Daher ist es aus Sicht des Großaktionärs taktisch oft klüger einen Aufpreis zu zahlen, wenn dadurch die Übernahme ohne Gerichtsverfahren glatt und zeitnah über die Bühne geht.

Wie es im Fall von Pelikan ausgeht, kann heute noch keiner sagen.

Grundsätzlich ist es aber so, dass das Risiko einer Investition kleiner wird, je weiter eine Übernahme fortgeschritten ist (sofern Sie auf die Firma setzen, die übernommen wird).


Aktienstudie
Zum Jahresstart in diese 3 Werte investieren

Wer 2017 noch nicht zugeschlagen hat, sollte diese Werte spätestens zum Jahresstart 2018 ins Depot überführen. Wir erklären, welche 3 Werte Sie jetzt brauchen, um erfolgreich ins neue Jahr zu starten und satte Gewinne zu realisieren.

Klicken Sie jetzt hier, um sich "3 Top-Aktien 2018" GRATIS zu sichern! ➜


28. August 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Rolf Morrien. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt