Peloton: Aktie des Fitness-Fahrrad-Anbieters setzt fulminanten Höhenflug weiter fort

Peloton – RED Sundry Photography ado

Aktie des Fitnessbike-Herstellers im Peloton im Höhenflug: Einstieg des Smartphone-Giganten in Fitness-Streaming-Markt kann rasante Kursrally nicht stoppen (Foto: Sundry Photography / Adobe Stock)

Der Nachkauf des Großaktionärs Woodson Capital Management bei der Aktie des Fitnessbike-Herstellers Peloton im Mai zeigte ein ausgesprochen gutes Timing. Bei Kursen zwischen 30,95 und 33,4 Dollar erwarb der Investor 200.000 Aktien im Gegenwert von über 6,5 Millionen Dollar. Inzwischen notieren die Papiere nach dem jüngsten Höhenflug bei knapp 95 Dollar. Der Börsenwert ist auf über 22 Milliarden Dollar angeschwollen.

Peloton im Portrait

Das Unternehmen wurde 2012 in New York gegründet. Nachdem der Firmengründer John Foley keine anfangs keine Investoren für sein Geschäftsmodell begeistern konnte, hat er Peloton zunächst über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter und Privatinvestoren finanziert. Das erste Fitnessgerät kam 2014 auf den Markt. Das erfolgreichste Produkte ist ein hochwertiges Spinning-Bike, das für über 2.000 Euro verkauft wird. Dazu benötigen Nutzer eine monatliche Mitgliedschaft, um Zugriff auf die Kurse zu bekommen. In den letzten Jahren hat Peloton sein Sortiment um ein Laufband und eine standalone App erweitert.

Aus Studios in New York und London werden täglich zahlreiche Fitness-Kurse live ausgestrahlt, zu denen man sich anmelden kann und bei denen man auch individuell angesprochen und motiviert wird. Wem das Live-Angebot zeitlich nicht passt, der kann sich aus einer Auswahl von mittlerweile über 10.000 Trainingseinheiten in der Mediathek bedienen.

Profiteur der Corona-Krise

Unterdessen wird immer deutlicher, dass der Konzern einer der großen Krisenprofiteure ist. In dem Ende Juni abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal sprang der Umsatz im Jahresvergleich um 219% auf 486 Millionen Dollar in die Höhe. Zugleich erzielte Peloton einen Gewinn von 89,1 Millionen Dollar. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahresquartal schrieb das Unternehmen noch einen Verlust von 47,4 Millionen Dollar.

Die Abo-Einnahmen brachten zuletzt 20% der Umsätze ein. Die Zahl der Abo-Kunden, die für Online-Trainingskurse auf dem Bildschirm ihrer Peloton-Geräte zahlen, stieg binnen eines Jahres auf knapp 1,1 Millionen (+113%). Im gesamten Geschäftsjahr verdoppelte sich der Umsatz auf 1,46 Milliarden Dollar.

Management zeigt sich zuversichtlich

Auch für das aktuell laufende erste Quartal zeigt sich die Konzernführung ausgesprochen zuversichtlich und erwartet ein Umsatzplus von 218% auf 230 Millionen Dollar. Im Gesamtjahr sollen mehr als 3,5 Milliarden Dollar an Umsatz durch die Bücher gehen (+96%).  Bis Mitte 2021 rechnet Peloton mit bis zu 2,1 Millionen Kunden.

Ritterschlag durch Apple

Zuletzt gab der Smartphone-Riese Apple den Einstieg ins Geschäft mit Fitness-Streaming bekannt. Gegen eine monatliche Gebühr von 9,99 Dollar können Kunden in den USA, in UK, Australien, Irland und Neuseeland Fitness-Kurse in Yoga, Spinning, Rudern und Tanzen u.a. mit der Fitness-Plus-App streamen. Peloton-Boss John Foley wertet den Einstieg Apples in den Markt als Bestätigung für die Nachhaltigkeit seines eigenen Geschäftsmodells. Der sportlichen Bewertung der Peloton-Aktie hat die Meldung über die neue Konkurrenz bislang jedenfalls nicht geschadet.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

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