Peloton mit Luxusproblem

Peloton – RED Sundry Photography ado

Peloton wächst dank der Corona-Pandemie rasant. Das bringt für den Fitnessgeräte-Hersteller auch Probleme mit sich. (Foto: Sundry Photography / Adobe Stock)

Fitnessstudios zählten zu den ersten, die in der Corona-Pandemie ihre Türen schließen mussten. Kein Wunder also, dass Fitnessgeräte-Anbieter seitdem glänzende Geschäfte machen. Einen dieser Werte möchte ich Ihnen heute vorstellen.

Unternehmensportrait

Peloton ist ein Unternehmen für Fitnessgeräte und zur Förderung der Gesundheit. Zu den Hauptprodukten des Unternehmens gehören Trainingsgeräte, die es den Benutzern ermöglichen, per Fernzugriff an Kursen teilzunehmen, die von Fitnessstudios des Unternehmens aus gestreamt werden. Für diese müssen Nutzer einen monatlichen Abonnementdienst bezahlen.

Eindrucksvolle Geschäftszahlen

Auf den ersten Blick ist es schon eindrucksvoll, wie sich das Unternehmen zuletzt entwickelt hat: Im vergangenen Quartal knackte Peloton erstmals die Milliardenmarke beim Umsatz. Dieser legte um 162,5 % auf 1,8 Mrd. US-Dollar zu und wurde ermöglicht von einer annähernden Verdreifachung des Umsatzes mit vernetzten Fitnessprodukten und einem Anstieg der Abonnementeinnahmen um 143 % im Vergleich zum Vorjahr. Zugleich schrieb Peloton schwarze Zahlen. Es gab 2020 einen Gewinn von 63,6 Mio. Dollar nach einem Verlust von 55,4 Mio. US-Dollar ein Jahr zuvor.

Hohes Wachstum bringt auch Probleme

Doch genau diese Steigerungen verursachen jetzt Probleme – das Unternehmen kommt mit den Lieferungen nicht hinterher. Nun wurden 100 Mio. US-Dollar investiert, um mit schnellerem Transport per Flugzeug und Schiff die “nicht akzeptablen” Wartezeiten zu verkürzen. Zudem wurde der Marktstart eines neuen Laufbands in den USA von März auf Mai verschoben.

Erfolgreiches Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell lohnt sich gerade in diesen Krisenzeiten, in denen viele Fitnessstudios coronabedingt geschlossen bleiben. So haben sich im letzten Quartal die Fitness-Abonnements von 712.000 auf 1,67 Mio. mehr als verdoppelt, während sich die Gesamtzahl der Workouts von 24,3 Mio. auf 98,1 Mio. vervierfachte. Peloton beendete das letzte Quartal mit 4,4 Mio. Mitgliedern, ein deutlicher Sprung gegenüber den 2 Mio. Mitgliedern im gleichen Quartal des Vorjahres.

Aber auch für die Zeiten nach dem Lockdown scheint der Konzern gut positioniert: Zwar werden einige Nutzer wieder zurück ins Fitness-Studio gehen, doch es ist davon auszugehen, dass viele Abonnenten bei Peloton bleiben, um zusätzlich bequem von zu Hause aus trainieren zu können.

Positiv für die weitere Entwicklung ist auch die Übernahme von Precor, einen der weltweit größten Hersteller von kommerziellen Fitnessgeräten. Diese Akquisition sollte Peloton durch die Erschließung des kommerziellen Marktes eine neue Einnahmequelle verschaffen, während die Produktionsstätte von Precor in den USA auch helfen kann, Produktionsengpässe zu meistern.

Deutliche Korrektur nach der Kursversechsfachung

Nachdem sich der Aktienkurs seit Beginn der Pandemie versechsfacht hat, gab die Aktie seit dem Hoch im Januar in der allgemeinen Korrektur der Wachstumswerte rund ein Drittel wieder ab. Ob es damit schon getan ist, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Ein Schnäppchen ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 100 für das kommende Jahr jedenfalls nicht. Wobei das Kurs-Umsatz-Verhältnis von 6 noch relativ moderat erscheint, im Vergleich zu ähnlich wachstumsstarken Titeln aus der IT-Branche.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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