Pensionsfonds aus Japan kauft Gold: Zeichen für Goldstärke

Die Zentralbanken horten weiterhin das gelbe Edelmetall. Achtung:

Gold steht vor steigenden Kursen, wie einzelne Vorgänge zeigen.

Denn inzwischen kaufte der japanische Pensionsfonds „Okayama Meteal & Machinery“ Gold für sein Depot. Dies ist bemerkenswert, da immerhin 1,5% des Kapitals in das gelbe Edelmetall geflossen sind. In Summe sind dies erst 5 Millionen Dollar, aber das Zeichen ist gewaltig.

Der Fonds hat dabei in ETFs investiert, also börsengehandelte Fonds, die Gold hinterlegt haben. Damit stützt sich auch deren Altersvorsorge nunmehr auf das ansonsten verpönte Metall. Bis dato hatte dieser Fonds vor allen Dingen in Schuldscheine angelegt: Anleihen aus Japan.

Anleihen aus dem eigenen Land zu unsicher

Wenn der Fonds nun Gold kauft, zeigt dies: selbst im eigenen Land gelten japanische Anleihen nunmehr schon als unsicher. Beziehungsweise: die Währung steht auf dem Prüfstand.

Der Yen ist im Kern nicht stärker als die US-Währung oder der Euro, da die Staatsschulden der Japaner mit mehr als 200% vom BIP (Bruttoinlandsprodukt) extrem hoch sind.

Mehr Vermögen als US-Schulden

  • Nur: die Pensionsfonds haben sich bislang auf Staatszusagen verlassen.

    Insgesamt sind Pensionsfonds ein interessanter potenzieller Käufer für Gold:

    20 Billionen US-Dollar sollen diese im Bestand haben.

  • Das sind immerhin mehr Dollar als die USA derzeit an offiziellen Staatsschulden aufgehäuft haben.
  • Zudem errechnet sich damit ein Gold-Ankaufpotenzial in Höhe von ungefähr 4.000 Tonnen. Dies wäre immerhin mehr als 2,5% dessen, was über der Erdoberfläche existiert.
  • Auch entspricht dieses Potenzial der weltweiten Jahresnachfrage.

GeVestor meint: Gold wird in den Fokus von Pensionsfonds rücken. Deshalb steht der Aufwärtsmarsch auf stabileren Füßen als etwa im Aktiensegment.

Notenbanken und Pensionsfonds zusammen werden den Goldpreis unserer Einschätzung nach auf über 2.000 Dollar treiben.

Gold – ETFs werden dabei die besten Renditechancen hervorbringen. Diese enthalten in aller Regel physisch reale Gold-Investitionen, die Sie sich im Zweifel entweder zeigen lassen können oder sogar liefern lassen. Dabei ist in Deutschland der „Xetra Gold“ besonders populär, der rechtlich Zertifikat ist.

Zertifikat: mit realer Hinterlegung

Auf der anderen Seite ist dieses „Zertifikat“ nur aus rechtlichen Gründen auf diese Weise konstruiert und hat trotzdem Gold hinterlegt. Dieses können Sie sich als Investor wie bei ETFs ausliefern lassen.

Eine Alternative sind Gold-ETFs aus der Schweiz, so etwa von der Züricher Kantonalbank ZKB. Diese Fonds werden an der Züricher Börse in drei Währungen (Euro, Franken und Dollar) gehandelt, sodass Sie darin auch eine Währungsabsicherung sehen können.

Umstritten sind die steuerlichen Regelungen zu ETFs. Die Finanzverwaltung versucht, Gewinne mit Gold auch hier nach den neuen Regelungen zu besteuern, also mit der Abgeltungssteuer.

Mehr zum Thema: Pensionsfonds als zusätzliche Altersvorsorge

4. Juni 2012

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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