Pep Boys-Manny, Moe & Jack: Carl Icahn löst Bietergefecht bei US-Werkstattkette aus

US-Investor will Bieterkonkurrent Bridgestone ausstechen (Foto: 360b / shutterstock.com)

Langweilig ist bei bei Carl Icahn eigentlich nie. Denn der mittlerweile 79-jährige Multi-Milliardär mit einem geschätzten Vermögen von über 23 Mrd. Dollar ist weiterhin dick im Geschäft. Seine Spezialität ist der aktive Eingriff in die Firmenpolitik. Icahn wird auch als Unternehmensjäger bezeichnet.

Er kauft ausreichend Anteile an einem Unternehmen und übt dann gehörig Druck auf die Konzernführung aus. Als Investor ist Icahn berüchtigt für sein hartes Durchgreifen.

Icahn pirscht sich an US-Werkstattkette heran

Jetzt hat Icahn wieder zugeschlagen. Anfang Dezember erwarb er bereits 6,55 Millionen Aktien an Pep Boys-Manny. Damit stieg der US-Investor zum zweitgrößten Einzelaktionär (12,12% der Anteile) hinter dem US-Vermögensverwalter Gabelli Funds auf.

Mit dem Einstieg hat der Milliardär ordentlich Staub aufgewirbelt. Denn Icahn selbst ist schwer im Markt für Autoersatzteile investiert. Zu seinen Investments gehört auch ein 82%-iger Anteil an Federal-Mogul Holding, die knapp 20% des Marktes mit Ersatzteilen für Autos abdeckt.

Erst im letzten Jahr hat sich Icahn hier weiter verstärkt und für 340 Millionen Dollar den Autoteile-Konzern Auto Plus übernommen. Das lässt vermuten, dass der Starinvestor größere Pläne hat.

Milliardär übertrumpft Bridgestone-Offerte

Das pikante an der Situation. Pep Boys-Manny hatte bereits im Oktober ein Übernahmeangebot des japanischen Reifenherstellers Bridgestone erhalten. Die Japaner wollten 835 Millionen Dollar beziehungsweise 15 Dollar je Aktie auf den Tisch legen.

Doch Icahn konterte und legte selbst eine Offerte für 15,50 Dollar je Aktie vor. Nun war Bridgestone am Zug und besserte das eigene Angebot ebenfalls auf 15,50 Dollar je Anteilsschein nach.

Pep Boys-Manny, Moe & Jack: Starinvestor Icahn läutet Trendwende im Übernahmekrimi einNach deutlich höherem Angebot scheint der Milliardär Icahn jetzt das Rennen zu machen › mehr lesen

Aber damit nicht genug. Icahn präsentiert abermals ein Gegenangebot. Der Firmenjäger bietet jetzt immerhin 16,50 Dollar je Anteilsschein in Cash und damit insgesamt 56 Millionen Dollar mehr als Bridgestone. Damit wird die US-Werkstattkette inklusive Schulden mit 1,2 Milliarden Dollar bewertet.

Aktie auf höchstem Niveau seit 2007

Der Bieterwettkampf hat die Aktie auf ein neues Jahreshoch getrieben. Seit Jahresbeginn haben die Papiere sich fast verdoppelt. Auf den ersten Blick erscheint ein Unternehmenswert von 1,2 Milliarden Dollar eine Menge Holz.

Denn zuletzt (2014)erzielte die Auto-Reparaturkette bei 2,08 Milliarden Dollar Umsatz nicht einmal einen Gewinn. Vielmehr verbrannte der Konzern 27 Millionen Dollar. Auch im letzten Quartal sah es nicht viel besser aus. Mit einer Gewinnmarge von 0,25% war der Konzern nur hauchdünn in der Gewinnzone.

Erwartete Synergien treiben Preis nach oben

Wieso bieten sich die beiden Parteien derart nach oben? Auf den ersten Blick erscheint der Kaufpreis für das 1921 gegründete Unternehmen mit mehr als 800 Niederlassungen mehr als ambitioniert. Die Gründe für den Preis liegen scheinbar in den erwarteten Synergien.

Dabei verfolgen die Bieter unterschiedliche Ziele. Bridgestone betreibt bereits 2200 Filialen in den USA und ist auf das Reparatur- und Reifengeschäft scharf. Icahn hat es hingegen eher auf die Ersatzteilläden von Pep Boys abgesehen.

Es bleibt also spannend. Die Aktien notiert mit 16,85 Dollar bereits über dem letzten Übernahmeangebot. Offenbar rechnen die Anleger mit einer nochmals verbesserten Offerte. Es ist aber auch klar, dass auf Grund der wenig prickelnden Geschäftsentwicklung das Potenzial nach oben begrenzt sein dürfte.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.