Pep Boys-Manny, Moe & Jack: Starinvestor Icahn läutet Trendwende im Übernahmekrimi ein

Nach deutlich höherem Angebot scheint der Milliardär Icahn jetzt das Rennen zu machen (Foto: 360b / shutterstock.com)

Was bei der US-Autoreparatur-Kette Peb Boys Manny Moe & Jack derzeit abgeht, ist wirklich filmreif. Bereits zweimal war die US-Firma bereits Story des Übernahmesensors.

Seit Anfang Dezember liefern sich der 79-jährige Milliardär Carl Icahn und der japanische Reifenkonzern ein wahres Bietergefecht. Begonnen hatte das Ganze mit einer 15-Dollar-Offerte der Japaner. Seitdem geht es Schlag auf Schlag.

Bridgestone-Angebot schon wieder obsolet

Pünktlich zu Weihnachten legte der Reifenkonzern ein Angebot von 17 Dollar je Aktie auf den Tisch. Das waren immerhin 84 Millionen Dollar mehr als beim letzten Angebot des Konzerns. In diesem Zuge wurde sogar die Strafzahlung auf 39 Millionen Dollar angehoben, falls Pep Boys nicht auf den Deal eingeht und sich einem anderen Käufer einigt.

Quasi zeitgleich hatte der streitsüchtige Milliardär Carl Icahn bekannt gegeben, jede Bridgestone-Offerte um 0,10 Dollar je Aktie überbieten zu wollen. Allerdings nur bis zu einem Maximalpreis von 18,10 Dollar.

Icahn-Offer deutlich höher als erwartet

In meiner letzten Analyse hatte ich Ihnen noch errechnet wie hoch ein mögliches Gegenangebot von Icahn ausfallen müsste, damit es für Pep Boys auf Grund der anfallenden Strafzahlung an Bridgestone einen wirklichen Mehrwert bietet.

Da die Strafzahlung 0,72 Dollar je Aktie ausmacht, musste der Milliardär dementsprechend ein Angebot machen, dass die Bridgestone-Offerte um mindestens diesen Betrag übersteigt.

Jetzt hat der Milliardär aber deutlich mehr draufgepackt. Denn wie zu erwarten gibt sich Icahn nicht einfach geschlagen. Gestern Nachmittag hat er zum Gegenschlag ausgeholt und ein konkretes Angebot auf den Tisch gelegt. Jetzt bietet die Investmentikone gleich 18,50 Dollar je Aktie.

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Pep Boys Aktie mit Freudensprung

Die Aktie reagierte deutlich und zog nachbörslich auf 18,50 Dollar an. Damit notieren die Papiere so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr. Im April dieses Jahres stand die Aktie noch bei 8,60 Dollar und hat seither somit 115% zugelegt.

Icahn gewinnt auch, wenn er nicht zum Zug kommt

Eins dürfte bei dem ganzen Hin und Her klar sein. Icahn gehört auch bei einer Niederlage im Bieterwettstreit zu den Gewinnern. Denn seit Anfang Dezember hält der Milliardär 6,55 Millionen Aktien an Pep Boys.

Das entspricht immerhin 12,12% aller ausstehenden Anteile. Mittlerweile ist der Kurs über 20% in die Höhe geschossen. Auch wenn er also bei der Transaktion nicht zum Zuge kommt, so kann er sich doch über ordentliche Kursgewinne freuen.

Hohe Synergien müssen her

Aus rein fundamentalen Gründen ist die Höhe des Angebots schwer nachzuvollziehen. Die 1921 gegründete Pep Boys-Kette war in den letzten Jahren durch zahlreiche Zukäufe stark gewachsen und hat sich damit hoch verschuldet. Zudem sind die Margen mächtig unter Druck.

Seit 2011 fiel die Gewinnmarge von 1,84% auf zuletzt hauchdünne 0,33%. Für 2017 erwarten die Analysten einen Gewinn von 0,30 Dollar je Aktie. Damit wird der Konzern immer noch mit dem 60-Fachen der zukünftigen Gewinne bewertet.

Sowohl Icahn als auch Bridgestone setzen auf hohe Synergien mit dem bestehenden Geschäft beziehungsweise mit Beteiligungen im Autogeschäft. Je höher das Angebot ist, desto schärfer dürften die Einschnitte bei Pep Boys in den kommenden Monaten ausfallen.


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.