PepsiCo: Brausekonzern will mit Übernahme von Energiegetränkehersteller punkten

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PepsiCo: Das Kopf an Kopf-Rennen mit Erzrivale Coca Cola geht in die nächste Runde. PepsiCo will mit Milliardenzukauf von Energy Drink-Hersteller punkten. (Foto: vengerof / Shutterstock.com)

Der Kampf um die Vorherrschaft auf dem Getränkemarkt geht in die nächste Runde: Jetzt will der Coca Cola-Rivale den Energy-Getränke-Spezialisten Rockstar Energy Beverages schlucken. Die milliardenschwere Übernahme soll die Position im gewinnträchtigen Markt mit Energiegetränken stärken.

PepsiCo im Portrait

Bevor ich auf den aktuellen Deal eingehe, ein paar Takte zum US-Konzern PepsiCo. Bereits im Jahr 1893 wurde die Pepsi-Cola vom Apotheker Caleb Bradham entwickelt. Das Unternehmen hat eine sehr wechselhafte Geschichte hinter sich, wechselte mehrfach den Besitzer und stand einige Male kurz vor dem Konkurs. Der Durchbruch gelang, als man sich in der Rezessionszeit der 1930er Jahre konsequent als Billigmarke etablierte, indem man das Produkt zum selben Preis wie Coca Cola, aber in doppelt so großen Flaschen anbot und durch eine massive Werbekampagne bekannt machte.

Heute ist die Firma einer der weltweit führenden Getränke- und Nahrungsmittelhersteller. Zu den bedeutendsten Marken zählen Pepsi, 7Up, Tropicana, Lay´s, Doritos und Gatorade. PepsiCo verkauft die verschiedenen Getränke und Speisen über ein breites Netzwerk an Händlern und Zwischenhändlern auf der ganzen Welt.

Die Produktpalette umfasst Soft- und Energiedrinks, Kaffee, Tee und Wasser, Snacks wie Chips und Tortillas mit dazugehörenden Dips sowie Zerealien, Reis- und Nudelprodukte, Sirups, Hafergrütze und Maismehl. Des Weiteren arbeitet der Konzern auch an der Herstellung kalorienarmer Speisen.

Übernahme befeuert Kampf gegen Coca-Cola

Mit der jetzt bekanntgegebenen Übernahme von Rockstar Energy will sich PepsiCo vor allem auf dem lukrativen Markt für Energiedrinks verstärken und seinem Erzrivalen Coca-Cola Paroli bieten. Bislang ist der Konzern bereits mit Mountain Dew’s Kickstart, GameFuel und AMP auf diesem Markt vertreten.

Den Zukauf lässt sich PepsiCo immerhin 3,85 Milliarden Dollar kosten. Dabei schluckt der Konzern keinen Unbekannten. Bereits seit 2009 existiert eine Vertriebsvereinbarung mit Rockstar, die laut Pepsi-Finanzchef Hugh Johnston das Unternehmen bisher davon abgehalten hat, Innovationen auf diesem Markt oder Partnerschaften mit anderen Unternehmen voranzutreiben.  Rockstar stellt 30 Getränkevarianten her und vertreibt seine Produkte weltweit in mehr als 30 Ländern.

Energiedrinks weiter im Aufwind

Während der Markt mit Sodagetränken in den zurückliegenden Jahren zur Schwäche neigte, zeigt sich der Absatz von Energiegetränken erstaunlich robust. Zwischen 2013 und 2018 legte der Absatz von Energiegetränken um beinahe 30% zu. Trotz der Übernahme rangieren PepsiCo und auch Coca-Cola aber immer noch weit hinter dem Marktführer Monster Beverage.

Zahlen über, aber Prognose unter den Erwartungen

PepsiCo und Rockstar Energy Beverages müssen vor dem Abschluss der Transaktion die noch Genehmigung der Aufsichtsbehörden einholen. Solange es keine Probleme gibt, soll die Vereinbarung in der ersten Hälfte des Jahres 2020 abgeschlossen werden.

Zuletzt konnte der Getränkeriese die Erwartungen der Analysten mit einem Quartalsumsatz von 20,64 Milliarden Dollar (+6%) und einem Gewinn je Aktie von 1,45 Dollar leicht übertreffen. Im Jahr 2020 erwartet Pepsi ein organisches Umsatzwachstum von 4% und ein Wachstum des Gewinns pro Aktie von 7%, wenn man die Währungsschwankungen ausklammert.

Dabei dürfte die Coronavirus-Krise nur wenig Einfluss auf die Entwicklung haben. Zwar standen nach dem Ausbruch in China für kurze Zeit die chinesischen Werke still, der China-Beitrag ist mit 2% der Gesamterlöse aber eher vernachlässigbar.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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