PepsiCo übernimmt südafrikanischen Lebensmittelhersteller Pioneer Foods

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Pepsi geht auf Expansionskurs: Für die Übernahme des südafrikanischen Getränke- und Lebensmittelkonzern Pioneer Foods sind die Amerikaner bereit, 1,7 Mrd. US-Dollar zu bezahlen. (Foto: Rawpixel.com/Shutterstock)

Der US-Getränke- und Lebensmittelkonzern PepsiCo Inc. will im afrikanischen Wachstumsmarkt Fuß fassen und das lässt er sich richtig was kosten: 1,7 Mrd. US-Dollar nimmt der amerikanische Lebensmittelgigant in die Hand, um den südafrikanischen Lebensmittelkonzern Pioneer Foods Group Ltd. aus Johannesburg zu kaufen.

Größter Auslandsdeal mit einer hohen Prämie

Am Freitag gab PepsiCo bekannt, dass beide Unternehmen eine Übernahmevereinbarung abgeschlossen haben. Die US-Amerikaner wollen alle ausstehenden Aktien der Pioneer Foods Group Ltd. für 110 ZAR (110 Südafrikanische Rand – etwa 7 Euro bzw. 7,94 USD) pro Aktie in bar übernehmen. Mit umgerechnet 1,7 Mrd. US-Dollar ist das eine der größten Investition, die PepsiCo jemals außerhalb der USA getätigt hat.

Für den geplanten Einstieg in den afrikanischen Lebensmittelmarkt bietet PepsiCo den Pioneer-Aktionären eine stolze Übernahmeprämie: Das Angebot von 110 ZAR liegt 56% über den volumengewichteten 30-tägigen Durchschnittspreis der Pioneer-Aktien vor Bekanntwerden des Deals am 15. Juli 2019.

Die Transaktion bedarf noch der Zustimmung der Aktionäre von Pioneer Foods und den üblichen behördlichen Genehmigungen. Der Übernahmedeal soll im ersten Quartal des kommenden Jahres abgeschlossen werden.

Pioneer-Kurs schießt in die Höhe

Nach offizieller Bekanntgabe der Übernahme schoss der Kurs der Pioneer-Papiere um +32% in die Höhe und lag zum freitäglichen Börsenschluss bei 102,50 ZAR. Aktuell werden Pioneer-Aktien mit 103 ZAR gehandelt, was ein weiteres Plus von +0,5% bedeutet. Es spricht also alles dafür, dass der Markt einen reibungslosen Deal erwartet.

Der Kurs der PepsiCo-Papiere fiel am Freitag um -2,2%. Zum Börsenschluss wurden die Papiere des Brauseherstellers in einem insgesamt negativen Marktumfeld (S&P500 -1%) mit 130,09 USD gehandelt.

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PepsiCo möchte in die Sub-Sahara-Zone expandieren

Warum die Amerikaner den südafrikanischen Konzern übernehmen wollen, macht Pepsi CEO, Ramon Laguarta, im folgenden Presse-Statement deutlich: „Pioneer Foods ist ein wichtiger Teil unserer Strategie, nicht nur in Südafrika, sondern auch in das Afrika südlich der Sahara zu expandieren. Unsere Geschäftsbereiche ergänzen sich hervorragend, und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem Pioneer Foods-Team, um eine gemeinsame Vision in der Region erfolgreich aufzubauen und umzusetzen.“

Nach Abschluss der Übernahme wird Pepsi einen neuen operativen Sektor für Subsahara-Afrika (“SSA”) schaffen. Chef von PepsiCo SSA wird Eugene Willemsen, der zuvor bereits die PepsiCo-Dependancen in den Wachstumsmärkten Türkei und Südosteuropa geleitet hat.

Pioneer Foods begrüßt Übernahme in schwierigen Zeiten

Pioneer Foods zählt zu den größten südafrikanischen Getränke- und Lebensmittelherstellern. Der Konzern musste im Mai sein Halbjahreszahlung nach unten korrigieren. Grund hierfür ist die schlechte Maisernte und der damit verbundene Einbruch der Einzelhandelsumsätze in Südafrika.

Entsprechend positiv wertete der Pioneer-CEO, Tertius Carstens, die Übernahme in einem Interview mit Reuters: „Es ist ein Vertrauensbeweis für Südafrika in einer Zeit, in der wir es wirklich brauchen.“

PepsiCo ist ein globaler Player im Übernahmegeschäft

Der Pepsi-Konzern ist schon seit längerem im weltweiten Übernahmegeschäft aktiv. So kauften die Amerikaner im Oktober 2011 den russischen Molkereiprodukte-Herstellers Wimm-Bill-Dann Foods und stiegen damit zum größten Lebensmittel- und Getränkehersteller Russlands auf.

Im Frühjahr 2019 übernahm PepsiCo den israelischen Sprudelwasser-Hersteller Sodastream. Mit der Übernahme von Pioneer Foods setzt das US-Unternehmen jetzt auch auf den wachsenden Markt südlich der Sahara.


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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.