Perfekt zum Jahresstart: Re-Balancing

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Einmal im Jahr sollten Sie Ihr Depot mittels Re-Balancing wieder in Form bringen. Der Beginn eines neuen Jahres ist ein guter Zeitpunkt dafür. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Erst vor wenigen Tagen hat das neue Börsenjahr 2020 begonnen. Das Jahr 2019 war rückblickend ein durchaus erfolgreiches Jahr für viele Aktionäre.

Mein Praxistipp für Sie: Speziell nach starken Kursschwankungen ist eine Depot-Umschichtung von Zeit zu Zeit sehr sinnvoll. Auch wenn Ihr Depot in den vergangenen Jahren gut gelaufen ist und Sie derzeit keine Angst vor größeren Rücksetzern oder gar einem Crash haben, sollten Sie Ihr Depot umschichten.

Zu Beginn einer jeden Investorenkarriere an der Börse steht entsprechend der jeweiligen Risikomentalität und der persönlichen Ziele und Wünsche die Überlegung einer Anlagestrategie oder zumindest die Überlegung, in welche Anlageklassen und in welchem Maße investiert werden soll.

Letzteres wird in der Fachsprache auch als Asset Allocation bezeichnet. Gemeint ist mit diesem Begriff im Grunde nichts anderes als die Vermögensaufteilung. Falls Sie an der Börse konservativ agieren möchten, bietet sich die 70:30-Strategie an. 70% des Kapitals investieren Sie in relativ sichere Anlagen und 30% in spekulativere Investments.

Achten Sie auf das Gleichgewicht in Ihrem Depot

Läuft die Börse gut, werden die spekulativen Positionen überdurchschnittlich gut abschneiden und die konservativen Anlagen wertmäßig abhängen. Nach 12 Monaten kann es dann passieren, dass Ihr Depot auch ohne aktive Umschichtung ein 50:50-Verhältnis erreicht hat.

Aufgrund der hohen Kursgewinne kommen die spekulativen Werte zusammen auf ein Depot-Gewicht von 50%. Genau dann müssen Sie entscheiden, ob Sie bewusst etwas offensiver anlegen möchten, oder ob Sie nicht doch mit der 70:30-Strategie ruhiger schlafen können.

Wenn das so ist, müssen Sie bei den spekulativen Positionen Gewinne mitnehmen (also Teile dieser Positionen verkaufen) und das freie Kapital in die konservativeren Positionen investieren. Diesen Vorgang nennt man Re-Balancing, also das Depot wieder ins Gleichgewicht bringen.

Wenn Sie das nicht machen, wird Ihre Depot-Struktur spätestens nach drei Jahren nicht mehr zu erkennen sein. Dann haben Sie ein Zufalls-Depot. Eine unerwartete Börsenentwicklung kann Sie dann auf dem falschen Fuß erwischen. Ich empfehle Ihnen daher, Ihr Depot mindestens einmal pro Jahr gründlich unter die Lupe zu nehmen.

So stellen Sie das Gleichgewicht wieder her

Wenn Sie Ihrer Vermögensverteilung treu bleiben wollen, können Sie einen Teil Ihrer spekulativen Positionen auflösen. Dies können Sie beispielsweise tun, indem Sie einzelne Positionen komplett auflösen oder Teilverkäufe tätigen.

Einzelne Positionen komplett auflösen bedeutet, dass Sie die komplette in Ihrem Depot befindliche Anzahl der Aktien eines Unternehmens verkaufen. Wenn Sie jedoch alle Unternehmen, die dem spekulativen Teil Ihres Depots zuzuordnen sind, nach wie vor für aussichtsreich halten, bieten sich Teilverkäufe an. Das bedeutet, dass Sie einen Teil der Aktien von einem oder mehreren Unternehmen verkaufen.

Verkäufe oder Teilverkäufe im Bereich der spekulativen Anlagen in Ihrem Depot sind eine Möglichkeit, wie Sie das Gleichgewicht in Ihrem Depot wieder herstellen können. Es gibt aber auch noch eine 2. Möglichkeit: Sie können den konservativen Teil Ihres Depots aufstocken. Auch dadurch erreichen Sie schlussendlich wieder das alte Gleichgewicht in Ihrem Depot.

Wichtig ist Konsequenz

Egal, wie Sie das Re-Balancing innerhalb Ihres Depots umsetzen: Wichtig ist, wie auch sonst bei der Geldanlage, konsequent zu bleiben. Wählen Sie einen festen Termin (zum Beispiel in der Weihnachtspause oder in den Sommerferien) und eine zu Ihnen passende Depot-Gewichtung aus.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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