Pfeiffer Vaccum lehnt Übernahme-Angebot ab

Vor exakt 3 Wochen habe ich hier an dieser Stelle über das Übernahme-Angebot seitens der Busch Gruppe für das im TecDax notierte Unternehmen Pfeiffer Vacuum berichtet.

Die Fakten zum abgelehnten Angebot

Das Angebot liegt bei 96,20 € je Pfeiffer-Aktie – und damit nur 3,65% über dem Schlusskurs des vorherigen Handelstages. Insofern ist das Angebot vergleichsweise niedrig ausgefallen.

Heute meldete sich das Management des Spezialpumpen-Herstellers Pfeiffer Vacuum zu Wort und lehnt die Übernahme-Offerte seitens des Rivalen Busch erwartungsgemäß als zu niedrig ab.

Das Angebot enthalte keine marktübliche Kontrollprämie und spiegele auch nicht die von Busch unterstellten Wachstums-Möglichkeiten der Branche wider, teilte Pfeiffer mit.

Aus heutiger Sicht könne der Vorstand die Annahme des Angebots nicht empfehlen.

Pfeiffer-Chef Manfred Bender untermauerte seine Argumente mit vorläufigen Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr und optimistischen Aussichten:

Gemäß der vorläufigen Zahlen kletterte der Umsatz von Pfeiffer Vacuum im zurückliegenden Geschäftsjahr um 5% auf 474,2 Mio. €. Der operative Gewinn (EBIT) legte um 12% auf 68 Mio. € zu.

„Starke Auftrags-Eingänge am Jahresende haben 2016 von einem guten in ein sehr gutes Geschäftsjahr verwandelt“, sagte Bender.

Zum laufenden Geschäftsjahr äußerte er sich wie folgt:

„Mit dem Start in das Geschäftsjahr 2017 sind wir ebenfalls sehr zufrieden. Wir gehen davon aus, dass sich der positive Trend der vergangenen Monate zumindest in den ersten 6 Monaten 2017 fortsetzen wird.“

Spekulation auf höheres Angebot

Laut Busch liegt das Angebot von 96,20 € je Pfeiffer-Aktie um 12% über dem volumengewichteten Durchschnittskurs der 3 Monate vor Abgabe des Angebots.

Diese Betrachtung lässt das Angebot nicht mehr ganz so niedrig erscheinen. Dennoch spekulieren viele Marktteilnehmer offensichtlich auf eine Nachbesserung des Angebots.

Denn: Der Xetra-Schlusskurs vom gestrigen Tag lag bei 104,70 € – und damit schon spürbar über der Busch-Offerte.

Die Annahmefrist für das Angebot der Busch Gruppe läuft seit diesem Montag und endet am 13. März.

Meine Einschätzung zur Strategie der Busch Gruppe

In meinem vorherigen Bericht schrieb ich Ihnen:

„Nach meiner Einschätzung ist das Angebot bewusst niedrig, damit nur ein kleiner Teil der Pfeiffer-Aktionäre ihre Aktien andienen und die Busch-Gruppe damit im ersten Schritt nur knapp über die 30%-Schwelle kommt.

Ein nur moderates Überschreiten der 30%-Schwelle kostet die Busch-Gruppe nicht allzu viel und schafft die Freiheit, selbst gewählt irgendwann einmal weiter aufzustocken, etwa wenn Pfeiffer wieder einmal schlechte Zahlen vorlegt und die Aktie damit deutlich niedriger notiert als aktuell oder in allgemein turbulenteren Börsenzeiten.

Ich bin überzeugt davon, dass die Busch-Gruppe bei Pfeiffer weiter aufstocken will und auf längere Sicht die 100-%-Marke anpeilt, also Pfeiffer komplett übernehmen will, doch will Busch das scheinbar so günstig wie möglich tun.

Zeit scheint die Busch-Gruppe jedenfalls mitzubringen. Dazu passt die Aussage, dass es sich bei Busch um ein Familien-Unternehmen handele, das in Generationen denke.“

Diese Einschätzung hat bis heute Bestand. Die Tatsache, dass der Vorstand von Pfeiffer Vaccum die Offerte der Busch Gruppe als zu niedrig einstuft, ändert daran nichts.

Ich rechne weiterhin nicht mit einer baldigen Nachbesserung des Angebots.

15. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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