Pfeiffer Vacuum-Aktie: Kräftiges Gewinnplus sorgt für Freudensprung

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Der Pumpenhersteller Pfeiffer Vacuum ist nach Gewinnsprung im Höhenflug. Und ein gut gefülltes Auftragsbuch sorgt für Phantasie. (Foto: tom - Adobe Stock)

Nach einer Schwächephase in den zurückliegenden Monaten sendet die Aktie von Pfeiffer Vacuum wieder ein Lebenszeichen. Die getätigten Zukäufe haben nämlich für spürbaren Rückenwind gesorgt. Mit einem satten Gewinnsprung konnte der Pumpenspezialist das Jahresauftaktquartal beenden. Die Anleger versetzten die unerwartet guten Ergebnisse in Feierlaune. Seit der Bekanntgabe der Zahlen kletterten die Papiere mehr als 20% in die Höhe. Allerdings notiert die Aktie mit 154 Euro weiterhin unter ihren Höchstständen, die im November vergangenen Jahres bei 174,50 Euro erreicht wurden.

Pfeiffer Vacuum im Porträt

Bei dem Pumpen-Spezialist handelt es sich um einen wahren Traditionsbetrieb: Bereits im Jahr 1890 gegründet, war es im Jahr 1996 das 1. mittelständische Unternehmen, das an die New Yorker Börse ging. Der Konzern ist deutlicher Weltmarktführer bei Turbo-Molekular-Pumpen. Pfeiffer Vacuum ist zugleich ein führender Anbieter in der Vakuum-Technologie, die für industrielle Beschichtungs-Prozesse wie z. B. in der Halbleiter-Industrie unerlässlich ist.

Nach Zukäufen der Firmen Trinos (Vakuum-Kammern) und Adixen (Vorpumpen) hat sich Pfeiffer Vacuum vom Komponenten-Hersteller zum Anbieter von Vakuum-Lösungen entwickelt. Das Unternehmen hat vor den Übernahmen nachhaltig extrem hohe operative Margen von mehr als 20% erzielt. Durch die Adixen-Übernahme sind die Margen zunächst auf ca. 15% gesunken. Auf der anderen Seite wurde der Umsatz durch den Adixen-Deal mehr als verdoppelt.

Pfeiffer nach dem ersten Quartal über Plan

Zum Jahresauftakt läuft es bei dem Familienunternehme aus Asslar richtig rund. Besonders der im Vorjahr für 68 Millionen Dollar übernommene US-Rivale Nor-Cal sorgte für Rückenwind. Unter dem Strich verbesserten sich die Umsätze um 24% auf 170,4 Millionen Euro. Besonders gut liefen die Geschäfte in Nordamerika und Asien.

Bei der Gewinnentwicklung sah es sogar noch besser aus. Um satte 30% erhöhte sich das Betriebsergebnis auf 27,5 Millionen Euro. Das entspricht einer Vorsteuergewinnmarge (EBIT) von 16,1%. Das Nettoergebnis kletterte unterdessen auf 19,8 Millionen Euro beziehungsweise 2 Euro je Aktie. Das entspricht einem Zuwachs von mehr als 34%.

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Auftragseingang springt nach oben

Auch beim Auftragseingang sah es erfreulich aus. Immerhin zeigte das Familienunternehmen einen Anstieg der Auftragseingänge um knapp 32% auf 194 Millionen Euro. Das liegt deutlich über den Quartalen des Vorjahres.

Ende April konnte Pfeiffer Vacuum weitere Großaufträge gewinnen. Zwei bedeutenden asiatische Kunden im Markt mit Beschichtungen haben Bestellungen aufgegeben. Die Höhe der einzelnen Bestellungen liegen laut dem Pfeiffer Management jeweils im mittleren einstelligen Millionenbetrag.

Dividende soll auf Grund von Investitionen halbiert werden

Am 23. Mai will der Asslaer Konzern einen konkreten Jahresausblick geben. Im März verschreckte der Anlagenbauer seine Anleger noch mit einer Dividendenkürzung. Mit 2 Euro will Pfeiffer Vacuum gerade mal die Hälfte der Vorjahresdividende ausschütten. Als Grund waren deutlich gestiegene Investitionen angeführt worden. Von der Kürzung ist besonders auch der Großaktionär Busch betroffen, der laut letztem Stand gut ein Drittel der Anteile hält.

Der familiengeführte Busch-Konzern hatte im vergangenen Jahr vergeblich versucht, den Pumpenspezialisten Pfeiffer zu übernehmen, war jedoch auf erbitterten Widerstand von Vorstand und Aufsichtsrat gestoßen. Im Machtkampf gewann Busch aber die Oberhand: Der langjährige Vorstandschef Manfred Bender musste Ende November gehen. Familienmitglied Ayla Busch wurde Vorsitzende des Aufsichtsrats.

Analysen sind sich uneinig

Unterdessen zeigen sich die Analysten verhältnismäßig defensiv. Von 7 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, raten 4 zum Kauf der Papiere. Der Rest stuft den Titel als Halteposition ein. Beim Gewinn erwarten die Banker einen Anstieg von 6,29 Euro je Aktie auf 7,05 Euro in 2019. Damit ergibt sich ein moderates Kurs-Gewinn-Verhältnis von 17 für das kommende Geschäftsjahr. Das durchschnittliche Kursziel liegt momentan mit 159 Euro nur knapp über dem aktuellen Kursniveau.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.