Pfeiffer Vacuum: Großaktionär unterbreitet Übernahme-Angebot

Gestern habe ich Ihnen an dieser Stelle von dem Verkauf eines deutschen Mittelständlers an Berkshire Hathaway, die Investment-Holding von Warren Buffett, berichtet.

Doch auch auf der Käuferseite steht dieser Tage ein deutsches Familien-Unternehmen.

Es handelt sich dabei um die Busch-Gruppe, die bereits eine größere Beteiligung an dem Vakuumpumpen-Hersteller Pfeiffer Vacuum hält und diese jetzt nochmals aufstocken will.

Die Ankündigung des Übernahme-Angebots seitens der Busch-Gruppe sorgte bei der Aktie von Pfeiffer Vacuum gestern für kräftigen Rückenwind:

Die Aktie des im TecDax notierten Vakuum-Spezialisten wurde ging am gestrigen Tag mit einem Aufschlag von gut 8% aus dem Handel.

Angesichts dessen, dass sich der breite Markt gestern ansonsten kaum bewegt hat, ist dies ein beachtliches Plus.

Details zum Übernahme-Angebot

Das Übernahme-Angebot seitens der Busch-Gruppe liegt bei 96,20 € je Pfeiffer-Aktie. Damit liegt das Angebot gerade einmal 3,65% über dem Schlusskurs vom Montag.

Das badische Familien-Unternehmen aus Maulburg mit seinen 3.000 Beschäftigten hält bereits rund 27% an Pfeiffer.

Zudem sicherte sich Busch weitere Anteile, so dass die Beteiligung an Pfeiffer bei Veröffentlichung der Angebots-Unterlagen 29,98% betragen wird.

Die Busch-Gruppe betonte, dass es im Rahmen des Angebots keine Mindest-Annahmeschwelle gibt und dass Busch als Familien-Unternehmen in Generationen denke.

Was aber bedeutet das in Kombination mit dem aus meiner Sicht sehr niedrigen freiwilligen Übernahme-Angebot?

Welche Strategie verfolgt die Busch-Gruppe?

Nach meiner Einschätzung ist das Angebot bewusst niedrig, damit nur ein kleiner Teil der Pfeiffer-Aktionäre ihre Aktien andienen und die Busch-Gruppe damit im ersten Schritt nur knapp über die 30%-Schwelle kommt.

Ein nur moderates Überschreiten der 30%-Schwelle kostet die Busch-Gruppe nicht allzu viel.

Und es schafft die Freiheit selbst gewählt irgendwann einmal weiter aufzustocken, etwa wenn die Pfeiffer wieder einmal schlechte Zahlen vorlegt und die Aktie damit deutlich niedriger notiert als aktuell oder in allgemein turbulenteren Börsenzeiten.

Ich bin überzeugt davon, dass die Busch-Gruppe bei Pfeiffer weiter aufstocken will und auf längere Sicht die 100-%-Marke anpeilt – also Pfeiffer komplett übernehmen will.

Doch will Busch das scheinbar so günstig wie möglich tun. Zeit scheint die Busch-Gruppe jedenfalls mitzubringen.

Dazu passt die Aussage, dass es sich bei Busch um ein Familien-Unternehmen handele, das in Generationen denke.

Fazit

Aus meiner Sicht ist das Potenzial für die Pfeiffer-Aktie nach dem gestrigen Kurssprung zunächst begrenzt.

Das liegt v. a. daran, dass ich nicht mit einer Aufstockung des Angebots seitens der Busch-Gruppe rechne.

Auch grundsätzlich halte ich es für Sie als Anleger für spannender, wenn ein Mittelständler übernommen wird, als wenn er auf der Käuferseite steht.

Denn familiengeführte Mittelständler sind i. d. R. auch bei Übernahmen sparsam.

25. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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