Pfeiffer Vacuum: Pumpenspezialist mit Überraschungspotenzial

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Pfeiffer Vacuum: Pumpenspezialist hebt Ausblick an. Starker Markt und Optimierungsmaßnahmen machen sich bezahlt. Weiter latente Übernahmephantasie (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Bei dem Familienunternehmen aus Asslar kehrt langsam wieder Ruhe ein. Nach dem vereitelten Übernahmeversuch durch den Konkurrenten Busch zeigt sich der Spezialist für Vakuumpumpen ausgesprochen zuversichtlich. Auf seinem gerade abgehaltenen Kapitalmarkttag hat Firmenboss die Phantasie der Anleger mit avisierten Margensteigerungen angeheizt. Nach der zuletzt positiven Entwicklung ist der Kurs deutlich von 122 auf gut 150 Euro angesprungen.

Pfeiffer Vacuum im Porträt

Bei dem Pumpen-Spezialist handelt es sich um einen wahren Traditionsbetrieb: Bereits im Jahr 1890 gegründet, war es im Jahr 1996 das 1. mittelständische Unternehmen, das an die New Yorker Börse ging. Der Konzern ist deutlicher Weltmarktführer bei Turbo-Molekular-Pumpen. Pfeiffer Vacuum ist zugleich ein führender Anbieter in der Vakuum-Technologie, die für industrielle Beschichtungs-Prozesse wie z. B. in der Halbleiter-Industrie unerlässlich ist.

Nach Zukäufen der Firmen Trinos (Vakuum-Kammern) und Adixen (Vorpumpen) hat sich Pfeiffer Vacuum vom Komponenten-Hersteller zum Anbieter von Vakuum-Lösungen entwickelt. Das Unternehmen hat vor den Übernahmen nachhaltig extrem hohe operative Margen von mehr als 20% erzielt. Durch die Adixen-Übernahme sind die Margen zunächst auf ca. 15% gesunken. Auf der anderen Seite wurde der Umsatz durch den Adixen-Deal mehr als verdoppelt.

Familienkonzern peilt weiteres Wachstum an

Für das laufende Geschäftsjahr peilt der Spezialmaschinenbauer weiterhin deutliche Zuwächse an. Der Umsatz soll auf 640 bis 660 Millionen Euro nach oben klettern. Das entspricht immerhin einem Plus von 9 bis 12% zum Vorjahr. Dafür gibt es laut Firmenchef Dr. Eric Taberlet gleich mehrere Gründe.

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Vor allem die hohe Nachfrage aus der Halbleiter- und Beschichtungsindustrie sorgt für Rückenwind. Aber auch die zur Konsolidierung des zur Mitte vergangenen Jahres übernommenen Nor-Cal trägt zur Wachstumsdynamik positiv bei.

Gewinnmarge zieht wieder an

Auch bei der Gewinnspanne sieht Pfeiffer Vacuum wieder Spielraum nach oben. Sie müssen wissen: Im Vorjahr musste der Konzern einem Rückgang auf 12,2% einen Dämpfer hinnehmen. In diesem Jahr soll das Unternehmen mit 14-16% Vorsteuermarge wieder deutlich profitabler werden. Bereinigt um Kaufpreisallokationen sollen sogar 15-17% erreichbar sein.

Hierfür ist nicht nur das positive Marktumfeld verantwortlich. Auch Optimierungsmaßnahmen, Skaleneffekte und wegfallende Einmalaufwendungen machen sich positiv bemerkbar. Dass diese Ziele erreichbar sind, dafür spricht auch der erfreuliche Auftragseingang

Analysten sehen moderates Aufwärtspotenzial

Auch die Analysten haben die positiven Aussichten mittlerweile in ihren Schätzungen verarbeitet. Nach einem Gewinn je Aktie von 5,46 Euro rechnen die Experten mit einem Anstieg auf 6,95 Euro in 2018. Bis 2021 steigt der Gewinn ihren Prognosen zufolge bis auf 8,10 Euro je Anteilsschein. Von 13 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, raten 6 zum Kauf. Weitere 6 der Banker sehen in dem Titel eine Halteposition – ein Analyst stuft den Titel sogar als Verkauf ein. Das durchschnittliche Kursziel aller Finanzanalysten liegt mit 164,07 Euro gut 9% über dem aktuellen Kursniveau.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.