Pfeiffer Vacuum pumpt sich nach oben

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Die Aktie von Pfeiffer Vacuum legt kräftig zu. Doch wie viel Potenzial steckt wirklich in der Aktie des Pumpenherstellers? (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Aufgrund eines kräftigen Umsatzschubs im vierten Quartal konnte Pfeiffer Vacuum das Geschäftsjahr 2018 mit einem neuen Umsatzrekord und einem deutlichen Gewinnsprung abschließen. Das Gesamtjahr verlief damit deutlich besser als von den meisten Marktteilnehmern erwartet worden war.

So verbesserten sich die Umsätze des Pumpenherstellers um 12,4% auf 659,7 Millionen Euro. Der bisherige Rekordwert von 587,0 Millionen Euro, erreicht im Geschäftsjahr 2017, wurde damit gleichsam pulverisiert. Deutlich übertroffen wurden auch die Consensus-Schätzungen der Finanzanalysten, die zuletzt von Umsätzen in der Größenordnung von 648 Millionen Euro ausgegangen waren.

Durch die gestiegene Geschäftsvolumen und die Nutzung von Synergieeffekten konnte das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern von 75,2 auf 95,1 Millionen Euro verbessert werden. Die EBIT-Marge stieg damit auf 14,4% von 12,2% im Vorjahr.

Was macht Pfeiffer Vacuum?

Das 1890 in Wetzlar von Arthur Pfeiffer gegründet Unternehmen avancierte nach der Erfindung der Öl-Luftpumpe im Jahre 1908 zum weltweit führenden Unternehmen der Vakuumtechnik. 1958 wurde mit der Erfindung der Turbomolekularpumpe (Turbopumpe) der Grundstein für die derzeitige Marktstellung gelegt. Heute bietet das Unternehmen mit rund 3.200 Mitarbeitern ein breites Produktspektrum an, das von Produkten zur Vakuumerzeugung für die Halbleiterindustrieüber über Mess- und Analysegeräte bis hin zu Pumpen zur Lecksuche reicht.

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Im vergangenen Herbst wurde bekannt, dass sich der familiengeführte Branchenrivale Busch mit mehr als 50% die Mehrheit an Pfeiffer Vacuum gesichert hat. Nachdem eine vollständige Übernahme des SDAX-Unternehmens nicht angestrebt wird, liegt der Schwerpunkt nun auf dem Ausbau der Kooperation im Einkauf und im Vertrieb.

Prall gefüllte Auftragsbücher

Wovon Pfeiffer Vacuum auch weiterhin gut zu profitieren scheint. Das verdeutlicht die sogenannte Book-to-Bill-Ratio, ein beliebter Indikator für das erwartete Wachstum eines Unternehmens. Er wird errechnet, indem die Auftragseingänge (ein Indikator für die Erlöse der kommenden Periode) durch die Umsätze der abgelaufenen Periode dividiert werden. Liegt die Kennzahl über dem Wert eins, deutet dies auf ein weiteres Wachstum der Geschäftstätigkeiten hin.

Was bei Pfeiffer Vacuum der Fall ist: Nachdem der Auftragsbestand um 13,7% auf 145 Millionen Euro angezogen ist, liegt die Book-to-Bill-Ratio aktuell bei 1,03. Damit ist ein anhaltendes Wachstum der Geschäftsaktivitäten im Jahr 2018 vorprogrammiert.

2019 mit weiterem Wachstum

Kein Wunder, dass sich der Vorstand angesichts der prall gefüllten Auftragsbücher auch für das laufende Geschäftsjahr optimistisch zeigt: „2019 möchten wir unseren Umsatzwachstumskurs fortsetzen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Dr. Taberlet in der Pressemeldung zu den vorläufigen Eckdaten des Jahres 2018. Auch wenn sich die operative Marge voraussichtlich nicht „deutlich“ verbessern wird, sind dies Prognosen, die den Kapitalmarkt überrascht haben. Die Aktie legte daraufhin deutlich zu – nicht zu Unrecht.


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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.

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