Pfeiffer Vacuum senkt das Umsatzziel um fünf Prozent

Die Pfeiffer Vacuum-Konzernleitung kappt die Umsatzprognose für 2013. Anleger fragen sich, was diese Meldung Mitte Januar 2014 für einen Sinn macht (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Weiß bei Pfeiffer Vacuum die linke Hand nicht, was die rechte tut? Noch im November trat Unternehmenschef Manfred Bender vor die Presse und bestätigte der versammelten Analystenschar, dass man das gesteckte Umsatzziel von 420 bis 450 Millionen Euro, welches man für 2013 anstrebe, aufgrund der guten Auftragseingänge im dritten Quartal sicher erreichen werde.

Die Börse nahm dies wohlwollend auf und lies den Aktienkurs in den letzten neun Wochen um +12 % steigen, noch am ersten Handelstag des Jahres wurde mit 102,05 € ein neues Allzeit-Hoch markiert. Vorgestern folgte dann der Schock, die Unternehmensleitung sprach eine rückwirkende Umsatzwarnung für 2013 aus.

Bedingt durch verschobene Bestellungen und Ausliefertermine werde man statt der in Aussicht gestellten 420 Mio. Euro nur rund 400 Mio. Euro Umsatz erzielen. Ein Rückgang von -5%, mit dem man in November noch nicht habe rechnen können.

Wohl dem, der das verbale Zurückrudern für plausibel hält und glaubt, der Vorstand habe am 5. November wirklich keinen, zumindest groben, Überblick über die laufenden Auftragseingänge von Oktober und November gehabt.

Umsatzwarnung lässt Aktie um -7% abstürzen

Ich denke, der Vorstand um ihren Vorsitzenden Bender wird schon seine Gründe gehabt haben, nicht mit wirklich offenen Karten gespielt zu haben, die wahren Hintergründe werden die Anleger wohl eher nicht erfahren. Es bleibt ein fader Beigeschmack, so empfinden es auch die Aktionäre der Pfeiffer Vacuum Technology AG, die unmittelbar nach Veröffentlichung der Umsatzwarnung auf den Kurs einschlagen und für Kursverluste von -7% sorgten.

Zwar konnte sich der Pfeiffer Vacuum-Kurs inzwischen im wenige Prozentpunkte erholen, doch wirklich überzeugen konnten die Erklärungen der Konzernspitze ihre Aktionäre nicht. Auch wenn man offiziell trotz des gesunkenen Umsatzes von einer gleichbleibend stabilen Ergebnismarge von mindestens +12% ausgeht, sind doch 12% von 400 Mio. Euro deutlich weniger als von 450 Mio. Euro.

Bei Unterschreiten von 88,00 € droht der Test der Tiefs aus 2013

Ob es dem Unternehmen tatsächlich gelungen ist, die angestrebte Umsatzmarge zu erzielen oder gar zu übertreffen, wird sich leider erst Mitte Februar zeigen, wenn Pfeiffer Vacuum seine Jahreszahlen vorlegt. Auch mit weiteren negativen Überraschungen muss man angesichts des aktuellen Informationsdesasters rechnen, was eine Vielzahl der bisherigen Aktionäre offensichtlich auch schon tut.

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Sie verkaufen ihre Anteile und setzen dem Pfeiffer Vacuum-Aktienkurs deutlich zu, wie der aktuelle Point&Figure-Chart zeigt.

Pfeiffer Vacuum-Chart 23-01-2014

(anklicken zum Vergrößern)

Die aktuelle O-Säule zeigt die vollständige Korrektur der vorherigen Aufwärtsbewegung (X-Säule) und damit das Unterschreiten der alten Widerstände (die kurzen grünen Linien). Sinken die Notierungen weiter auf 88,00 €, hätten wir ein neues Point&Figure-Verkaufssignal, das weiteres Abwärtspotential bis zu den alten Tiefs aus 2013 (rote Linie) bei 77,00 € eröffnet.

Wer unter Ihnen überlegt, den gesunkenen Kurs zu nutzen um jetzt einzusteigen, dem sei dringend empfohlen, doch lieber eine vorherige Kurserholung abzuwarten. Denn erst wenn die Notierungen kurzfristig, also binnen 1-2 Wochen, wieder auf 104,00 € und höher steigen, kann man den jetzigen Kursrückgang als „Ausrutscher“ werten, als klassisches Fehlsignal des Marktes, mit der die Bullen aus einer Aktie herausgeschüttelt werden und mit der neue Investoren günstig auf den Zug aufspringen können.


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Von: René Neukirch. Über den Autor

René Neukirch, Jahrgang 1963, ist Händler. Parketthändler. Zumindest nannte man es damals, vor über 26 Jahre so. Mit nur 22 Jahren hatte er sich schon vom einfachen Bankkaufmann hochgearbeitet zum Parketthändler und ist seitdem der Leidenschaft Börse verfallen.

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