Pfeiffer Vacuum: Spannende Hauptversammlung

Erfahren Sie in diesem Beitrag, was auf der Hauptversammlung von Pfeiffer Vacuum passierte und wie es mit den Übernahme-Plänen weitergeht. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Wenn Sie aktuell spannende Geschichten suchen, brauchen Sie keinen TV-Krimi.

Selten gab es in Deutschland so spannungsgeladene Hauptversammlungen wie in dieser Woche, auf denen große Aktionärs-Gruppen aufeinanderprallen.

Gestern habe ich Ihnen an dieser Stelle einen Ausblick auf die heutige Hauptversammlung des Autozulieferers Grammer gegeben.

Und ich habe diese als eine der spannendsten Hauptversammlungen des Jahres bezeichnet.

Rückblick auf die gestrige Hauptversammlung von Pfeiffer Vacuum

Heute möchte ich Ihnen einen Rückblick auf eine ebenfalls sehr spannende Hauptversammlung geben.

Der im TecDax notierte Vakuumpumpen-Spezialist Pfeiffer Vacuum, den der Konkurrent Busch gerne übernehmen würde, hielt gestern seine Hauptversammlung ab.

Diese war von persönlichen Angriffen, Zwischenrufen und überraschenden Redner-Auftritten geprägt, brachte aber (noch) keine Lösung im Machtkampf zwischen Pfeiffer und seinem Konkurrenten Busch.

Vorstand und Aufsichtsrat von Pfeiffer lehnen das Übernahme-Angebot des familiengeführten Rivalen Busch nach wie vor als zu niedrig ab.

Auf der anderen Seite lehnt die Familie Busch momentan eine weitere Aufstockung des Angebots ab. Das entscheidende Wort dürfte aber „momentan“ sein.

Denn die Tatsache, dass Familie Busch ein höheres Angebot nicht generell abgelehnt hat, nährt die Hoffnung, dass es später zu einer weiteren Aufstockung der Offerte kommt.

Was bisher zwischen Pfeiffer und Busch geschah

Bevor ich gleich weiter auf den gestrigen Schlagabtausch eingehe, will ich Ihnen zunächst einen kurzen Überblick über das geben, was bisher geschah:

Im Januar wurde bekannt, dass der Familien-Betrieb Busch seinen börsennotierten Konkurrenten Pfeiffer Vacuum, an dem man zuvor bereits signifikant beteiligt war, übernehmen will.

Die Busch-Gruppe, die wie Pfeiffer ihr Geld mit Vacuum-Technologie verdient, unterbreitete den Pfeiffer-Aktionären ein freiwilliges Übernahme-Angebot in Höhe von 96,20 € je Aktie.

Dieses Angebot wurde von Pfeiffer als viel zu niedrig abgewiesen.

Einige Zeit später zog Busch das Angebot überraschend zurück, um es dann wiederum einige Zeit später nicht minder überraschend auf 110 € je Aktie zuzüglich der Dividende für 2016 zu erhöhen.

Soweit die Vorgeschichte…

Das passierte auf der Hauptversammlung

Pfeiffer-Vorstands-Chef Manfred Bender wies das Angebot von Busch erneut zurück und sagte:

„Die Busch-Gruppe bietet keinen angemessenen Kaufpreis. Busch bietet 110 € für eine Aktie, deren aktueller Marktpreis bei über 120 € liegt.“

Auch verfüge die Busch-Gruppe über kein schlüssiges Konzept zur Zusammenarbeit.

Überraschend meldete sich auch der ehemalige Pfeiffer-Vorstands-Chef Wolfgang Dondorf zu Wort. Dondorf kritisierte das Verhalten der amtierenden Spitze uns sagte:

„Was sich seit einigen Monaten bei Pfeiffer abspielt, lässt mich nicht länger schweigen.“

Der Einstieg von großen Aktionären sei normal. Mit der Familie Busch habe er schon vor 15 Jahren über eine Kooperation gesprochen.

Auch aus meiner Sicht wäre es für alle Seiten das Beste, wenn Busch das Angebot aufstockt und sich friedlich mit Pfeiffer einigt. Wie es kurzfristig weitergeht, bleibt abzuwarten.

Ich gehe jedoch davon aus, dass es früher oder später zu einem dritten und für die Pfeiffer-Aktionäre zufriedenstellenden Übernahme-Angebot kommt.

Bis dahin können sich die Pfeiffer-Aktionäre zunächst über eine Dividende in Höhe von 3,60 € je Pfeiffer-Aktie freuen, die auf der gestrigen Hauptversammlung beschlossen wurde und in wenigen Tagen den Depotkonten der Aktionäre gutgeschrieben wird.

In meinem Börsendienst „Der Depot-Optimierer“ halte ich an der erfolgreichen Pfeiffer-Position weiterhin fest.

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.