Pfizer mit neuem Hoffnungsträger

Pfizer hat seit Jahren ein Wachstumsproblem. Doch mittlerweile ist das Unternehmen wieder optimistischer. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Obwohl Pfizer vielen von Ihnen nur als der Hersteller des Medikamentes Viagra bekannt sein dürfte, hat der Konzern wesentlich mehr zu bieten. Die Aktie konnte zuletzt aus einer mehrjährigen Seitwärtsbewegung nach oben ausbrechen. Zum Wochenauftakt gab es Nachrichten, die weiterhin für eine positive Stimmung bei den Anlegern sorgen dürfte – auch wenn der Kurs das Motiv „sell on good news“ zunächst verfolgte.

Unternehmensportrait

Pfizer zählt mit einem Jahresumsatz von 54 Mrd. US-Dollar zum weltweit größten Pharmaunternehmen und hat seinen Hauptsitz in New York City. Gegründet wurde der Konzern 1849 von Charles Pfizer (eigentlich Karl Pfizer) aus Ludwigsburg.

Erfolgreiche Studie

Der US-Pharmakonzern hat in einer Studie die Wirksamkeit seines Hoffnungsträgers Tafamidis belegen können. Dieses Statement gab es am Montag. Das Mittel kann bei Patienten mit einem seltenen Herzleiden das Todesrisiko um 30% senken und gilt als Hoffnungsträger und künftiger Kassenschlager des Konzerns.

Bisher gibt es kaum Mittel gegen die Herzkrankheit, von der laut Pfizer weltweit mindestens 500 000 Menschen betroffen sind. Allerdings werde die Krankheit nur bei rund einem Prozent der Betroffenen auch tatsächlich diagnostiziert. Während in Europa Tafamidis bereits unter dem Markennamen Vyndaqel vermarktet wird, haben die Behörden in Japan und den USA dem Mittel inzwischen eine beschleunigte Prüfung versprochen. Die Erfolgsgeschichte nimmt somit schon langsam Konturen an.

Pfizer-Aktie: Pharma-Riese zieht Schlussstrich und legt Aufspaltungs-Pläne ad actaVorerst bleibt alles beim Alten – Pfizer setzt aggressive Einkaufstour fort... › mehr lesen

Quartalsergebnis überraschte positiv

Ende vergangenen Monats überraschte der Konzern mit seinem Ergebnis positiv: Der Pharmariese konnte im zweiten Quartal seine Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4 % auf knapp 13,5 Mrd. Dollar steigern. Der Überschuss legte um mehr als ein Viertel auf knapp 3,9 Mrd. Dollar zu. Das um Sonderposten bereinigte EPS stieg in den drei Berichtsmonaten um gut ein Fünftel auf 0,81 Dollar und übertraf damit die Erwartungen.

Trotz der Preis-Zugeständnisse an US-Präsident Donald Trump wurde die Prognose für das Gesamtjahr heraufgesetzt. Jetzt wird eine Steigerung des um Sondereffekte bereinigten Gewinns je Aktie (EPS) auf 2,95 bis 3,05 Dollar angedeutet, was einem Gewinnanstieg von 15% entspricht. Etwas Gegenwind kommt hingegen vom Devisenmarkt. Weil einige wichtige Währungen wie Euro, chinesischer Yuan und japanischer Yen zuletzt im Verhältnis zum Dollar gesunken sind, wird mit 53 bis 55 Mrd. Dollar ein Umsatz in Vorjahreshöhe prognostiziert.

Pfizer blickt optimistisch in die Zukunft

Und für die weitere Zukunft sind die Grundlagen gelegt. Nach Aussage des Vorstands ist die aktuelle Medikamentenpipeline so erfolgversprechend wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Bis 2022 hofft der Konzern auf bis zu 30 Zulassungen für neue Medikamente, von denen 15 – so die Aussage – das Potenzial zum Kassenschlager hätten. Dies dürfte die Pfizer-Aktie vor allem für Langfristanleger interessant machen, auch wenn das Kurspotenzial sich in Grenzen hält.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.