Pharma-Aktien: Die Herausforderungen nehmen zu

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Nach einer kräftigen Korrektur im Dezember 2018 geht es mit Pharma-Aktie wieder aufwärts, doch die Herausforderungen nehmen zu. (Foto: Phongphan / Shutterstock.com)

Schon im vergangenen Jahr sind Aktien von Pharma-Konzernen gegen den allgemeinen Trend gestiegen – bis Ende November.

Es folgte eine kräftige Korrektur im Dezember. Seit Januar geht es aber wieder aufwärts. Von den hier besprochenen reinen Pharma-Aktien haben sich nur diejenigen von Bristol-Myers Squibb und AbbVie schlechter entwickelt als der Branchenindex MSCI World Healthcare.

Stark unter Druck geraten sind auch Teva Pharmaceutical und Mylan. Beiden Generika-Herstellern werden illegale Preisabsprachen vorgeworfen. Auch bei Klinik-Betreibern wie Fresenius und Rhön-Klinikum läuft es nicht rund. Das Krankenhausstrukturgesetz verhindert höhere Margen. Sachkostenintensive Leistungen, beispielsweise in der Herzmedizin, werden nicht ausreichend vergütet. Mit Campus-Projekten, Digitalisierung und dem Einstieg in die Telemedizin sollen Effizienz und Profitabilität verbessert werden.

Ob, und wenn ja in welchem Tempo, sich der Aufwärtstrend fortsetzen wird, hängt davon ab, wie die Konzerne mit den Herausforderungen fertig werden. Zum einen lässt der Druck auf die Medikamentenpreise angesichts steigender Gesundheitskosten nicht nach, zum anderen belasten Handelskonflikte und das Thema Brexit. Hinzu kommt das weltweit abnehmende Wirtschaftswachstum.

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Immun- und Gentherapien sind äußerst rentabel Aussichtsreiche Investments sind Konzerne, die sich dem Kampf gegen Krebs, seltene Krankheiten und Erkrankungen des zentralen Nervensystems verschrieben haben. Gerade in diesen Bereichen gewinnen neuartige Therapieansätze an Bedeutung. Der Kampf gegen Alzheimer scheint dagegen nach vielen Forschungsrückschlägen vorerst verloren. Einige Branchengrößen haben das Potenzial von Gentherapien gegen seltene Krankheiten und Immuntherapien gegen Krebs erkannt und vergrößern ihre Chancen mit Übernahmen.

Bristol-Myers Squibb übernimmt für 90 Mrd. $ den Biotech-Konzern Celgene, Novartis übernahm bereits 2018 Avexis für 8,7 Mrd. $ und Roche plant den Erwerb von Spark Therapeutics für 4,3 Mrd. $. Das Geschäft ist äußerst lukrativ. Denn für wirksame Therapien gegen seltene Krankheiten können die Konzerne schon deshalb hohe Preise durchsetzen, weil die Zahl der Patienten sehr gering ist. Ende Mai hat Novartis die US-Zulassung für eine Gentherapie gegen eine seltene Muskelkrankheit erhalten. Der Preis für die Einmaldosis: gut 2,1 Mio. $.

Innovative Impfstoffe sind lukrativ Vor dem Hintergrund steigender Masernfälle und der damit verbundenen Diskussion um eine Impfpflicht lohnt auch ein Blick auf Impfstoff-Hersteller. Allerdings steht den hohen Entwicklungskosten eine zu schwache Nachfrage gegenüber. Entsprechend gering sind die Margen. Mit Innovationen wie Shingrix von Glaxo-SmithKline gegen Gürtelrose oder Gardasil, einem Impfstoff von Merck & Co., der die Entstehung bestimmter Krebsarten verhindern kann, lässt sich aber auch viel Geld verdienen.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.