Pharma-Branche: Shire bietet für Schweizer Actelion 16 Mrd. Euro

In der Pharma-Branche könnte der Übernahme-Boom zeitnah mit einem weiteren Deal im zweistelligen Milliardenbereich weiter gehen. Britischen Medien zufolge will der irische Pharma-Konzern Shire das Schweizer Biotech-Unternehmen Actelion übernehmen.

Unter Berufung auf Insider heißt es, dass Shire eine informelle 18,9 Mrd. Dollar (16 Mrd. Euro) schwere Offerte abgab. Der Übernahme-Kandidat habe das Angebot allerdings zurückgewiesen.

Actelion-Aktie trotzt der Marktschwäche

Aktionäre des Schweizer Übernahme-Kandidaten freuen sich heute über einen kräftigen Kursanstieg von 5,9% auf 140 Schweizer Franken in einem schwachen Gesamtmarkt. Damit notiert das Papier noch 20 Schweizer Franken unter dem kolportierten (zurückgewiesenen) Angebotspreis.

Am Aktienmarkt wird jetzt spekuliert wie es weitergeht. Es ist durchaus vorstellbar, dass Shires erstes Angebot der übliche „Testballon“ bei Übernahme-Verhandlungen war, um vorzufühlen, wie das Actelion-Management grundsätzlich zu einem Deal steht.

Sollten die Iren weiterhin Interesse an einem Deal besitzen, dürfte dann ein höheres Zweitangebot vorgelegt werden.

Übernahme-Kandidat mit 250%-Anstieg…

Actelion ist schon seit mehreren Jahren Übernahme-Kandidat. Immer wieder tauchten Gerüchte aus, dass das Biotech-Unternehmen übernommen wird. Ein Deal blieb bislang jedoch aus.

Den langfristig engagierten Aktionären kann das jedoch egal sein. Dank der vielen Spekulationen, der hohen Übernahme-Aktivität im Sektor und dem Run auf Biotech-Aktien, konnte das Papier in den vergangenen 3 Jahren um 250% zulegen.

…doch wie will ein Privatanleger den fairen Wert beurteilen?

Wenn Sie die Actelion-Aktie nicht in Ihrem Depot haben, ist das nicht verwunderlich. Eine Reihe von Investoren – und auch ich – tut sich schwer mit Anlagen im Bereich Biotech.

Das liegt daran, dass die Bewertung eines Biotech-Unternehmens selbst für viele professionelle Anleger so gut wie unmöglich ist. Der Kern eines Biotech-Unternehmens ist die Forschungspipeline.

Welche Wirkstoffträger wurden gerade identifiziert? In welchem Forschungsstadium befindet sich Wirkstoff XY? Welches Umsatzpotenzial trägt ein eventuell später zulassungsfähiges Medikament?

Für mich sind diese Fragen nicht vollständig zu beantworten. Auch bei eindringlicher Recherche und dem Studieren von Analysten-Einschätzungen bleibt die Branche nur etwas für studierte Biotech-Experten.

So machen es die Profis: Mit Wandelanleihen investieren Sie erfolgreich in Biotech

Ein großes Problem bei der Biotech-Recherche ist die starke Lobby-Arbeit. Potenzielle Investoren werden mit Fachchinesisch selbst von der kleinsten nicht börsennotierten Biotech-Schmiede zugeschüttet.

Wenn Sie das dann lesen, denken Sie, dass Sie auf eine Goldgrube gestoßen sind. In Wirklichkeit sind die Meldungen leider nicht selten nur heiße Luft. Der in Aussicht gestellte Blockbuster entpuppt sich dann als nicht zulassungsfähig – die Aktie rauscht in den Keller.

Mein Tipp: Wenn Sie mit Biotech-Unternehmen oder mit Biotech-Übernahmen Geld verdienen wollen, dann gehen Sie den Umweg über Fonds oder kaufen die jeweilige Wandelanleihe (bekannter Biotech-Unternehmen mit gut gefüllter Forschungs-Pipeline).

Entpuppt sich dann etwas in der Forschungspipeline als nicht marktfähig, bleibt der große Kursverfall meist aus. Kommt es zu einer Übernahme, (bzw. setzt sich ein Medikament durch), bekommen Sie höchst attraktive Preise für Ihre Wandelanleihe geboten (oder profitieren vom späteren Aktientausch).

8. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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