Sanofi: Pharma-Gigant im Übernahme-Kampf

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Manchmal steht und fällt eine Empfehlung mit einer geplanten Übernahme. Bei Sanofi gefallen uns zwar viele Rahmenbedingungen, doch ein Mosaik fehlt noch. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Die Gesundheit ist unser höchstes Gut! Das sehen sicher auch Sie so. Doch nicht immer sind Gesundheits-Investments auch das Gelbe vom Ei. Während der vergangenen Jahre haben Anleger immer wieder Rückschläge erlebt. Es ist daher besonders wichtig, die wirklich guten Unternehmen herauszufiltern.

Dies schafft nur ein fundamentaler Ansatz, der auch neue Entwicklungen in der medizinischen Forschung berücksichtigt. Sanofi ist weltweit der drittgrößte Pharmakonzern. Die Schwerpunkte liegen auf den Bereichen  verschreibungspflichtiger Medikamente und Impfstoffe.

Der Konzern entwickelt Medikamente vorrangig für die Indikationsgebiete Herz/Kreislauf, Zentrales Nervensystem, Krebs und Innere Medizin. Weitere Tätigkeitsgebiete sind Generika und Tiermedizin.

Sanofi hat im 1. Quartal aufgrund verschiedener Sondereffekte mehr verdient, aber weniger umgesetzt. Zuwächse in den Bereichen Impfstoffe und Tiermedizin konnten das schwächelnde Diabetes-Geschäft mit dem ehemaligen Kassenschlager Lantus nicht kompensieren.

Der Konzern braucht deshalb dringend neue Wachstumstreiber. Derzeit verhandelt Sanofi über einen Tausch seiner Tiermedizin gegen das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten der deutschen Boehringer Ingelheim. Kommt der Deal wie geplant bis Ende des Jahres zustande, würde Sanofi zum Weltmarktführer in diesem Segment aufsteigen.

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Klappt die Medivation-Übernahme?

Zudem hat Sanofi die wachsende Bedeutung der Immunonkologie erkannt und eine Kooperation mit der französischen Innate Pharma geschlossen. Damit erhält Sanofi Zugang zu einer neuen Krebsimmuntherapie. Daneben sind Antibiotika für Sanofi ein wichtiges Feld, in das kräftig investiert wird.

Aber auch Großübernahmen kann sich der Konzern dank verbesserter Liquidität und niedriger Zinsen wieder leisten. Für die US-Biotech-Firma Medivation hat Sanofi 9,3 Mrd $ geboten. Mit seinem Medikament Xtandi hat Medivation bereits große Erfolge im Kampf gegen Prostatakrebs erzielt.

Xtandi kam 2015 auf einen Jahresumsatz von 1,9 Mrd $ und könnte auch bei anderen Krebsarten eingesetzt werden. Mittelfristig könnte das Medikament einen Spitzenumsatz von 5,7 Mrd $ erreichen.

Allerdings gibt es noch andere Interessenten. Bisher hat Medivation aber alle Angebote als zu niedrig abgelehnt. Das Timing sehen wir weiterhin neutral. Sollte Sanofi bei Medivation zum Zuge kommen, erwarten wir eine überdurchschnittliche Kursentwicklung.

Derzeit eher abwarten

Von der Aktie sind wir vor allem wegen der soliden Bilanz und der attraktiven Dividendenrendite überzeugt. Das Geschäft im Bereich Diabetes schwächelt zwar, doch hat das Unternehmen weitere Eisen im Feuer. Es gilt nun, die weitere Entwicklung konsequent zu verfolgen. Sanofi ist für positive Überraschungen gut. Derzeit sollten Anleger aber eher abwarten.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.