Pharmabranche: Übernahmen sollen die Probleme lösen

Patentabläufe, Preisdruck und ausbleibende Forschungsergebnisse machen den Unternehmen zu schaffen. Gezielte Übernahmen sollen helfen. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Das Übernahmekarussell in der Pharmabranche dreht sich weiter, denn die Herausforderungen haben sich für die Akteure nicht geändert.

Den Konzernen machen nach wie vor Patentabläufe, Preisdruck und ausbleibende Forschungsergebnisse zu schaffen. Die US- und Schweizer Konzerne leiden zusätzlich unter den starken Heimatwährungen. Mit Zukäufen wollen die Big Player der Branche auch in diesem Jahr ihre Probleme lösen.

Vielversprechend sind in erster Linie Medikamente gegen Krebs. Um sich in diesem hoch profitablen Geschäft zu stärken, übernimmt AbbVie nach dem gescheiterten Shire-Deal jetzt die US-Biotech-Schmiede Pharmacyclics.

Auch Johnson & Johnson will sein Krebs- Portfolio durch Akquisitionen ausbauen. Pfizer und die deutsche Merck haben dagegen eine Kooperation zur Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs geschlossen.

Gleichzeitig übernimmt Pfizer den US-Spezialisten für Biosimilars und injizierbare Generika Hospira, um sich breiter aufzustellen. Und der US-Konzern Merck & Co. will mit Hilfe der übernommenen US-Firma Cubist Infektionskrankheiten bekämpfen. Aber auch im Generika- Geschäft zwingt der zunehmende Preisdruck zum Handeln.

Mylan hat die irische Perrigo im Auge, steht aber selbst auf der Einkaufsliste von Teva. Übernahmen werden die Probleme zwar nicht kurzfristig lösen. Wer aber wie GlaxoSmithKline überhaupt keine Langfriststrategie vorweisen kann und sein profitables Krebsgeschäft auch noch verkauft hat, steht auf der Verliererseite.

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Statt ihr Geld für Dividenden und Aktienrückkäufe auszugeben, sollten die Briten besser an die Zukunft denken und sich nach attraktiven Übernahmezielen umschauen.

Mit Immuntherapien gegen den Krebs

Roche, Novo Nordisk und Actelion nehmen nicht an den Übernahmeschlachten teil. Sie vertrauen auf den Nachschub aus ihren eigenen Forschungsabteilungen, der ihnen auch in Zukunft profitables Wachstum sichern soll.

Roche, Actelion sowie AstraZeneca setzen zudem im Kampf gegen den Krebs nicht nur auf herkömmliche Chemo- und Strahlentherapien, die direkt auf den Tumor abzielen. Die Zukunft sehen sie vielmehr in der Immuntherapie, die das Immunsystem des Patienten dazu bringen soll, den Tumor zu zerstören.

Unsere Favoriten Hauptfavorit bleibt Novo Nordisk. Die Dänen wollen in diesem Jahr ihr Wachstum beschleunigen und haben die Prognose schon angehoben. Auch Mylan dürfte sich weiterhin überdurchschnittlich entwickeln, wenn die Verbreiterung der Produktpalette durch die Perrigo-Übernahme gelingt.

Fresenius hat seine Jahresziele ebenfalls höher gesteckt. Der Konzern ist seit Jahren ein Paradebeispiel für Kontinuität. Die Beobachtung von Celesio haben wir nach der Übernahme durch McKesson eingestellt.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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