Philip Morris oder British American Tobacco?

BAT hat einmal mehr seine Preismacht bewiesen. Der Umsatz stieg im 1. Halbjahr um 5,2% und der Gewinn pro Aktie um 23%.

Abgesehen von Westeuropa ist der Konzern in allen Regionen gewachsen. BAT hat allerdings 1,1% weniger Zigaretten verkauft. Der Absatzrückgang hat sich jedoch verlangsamt. Im 4. Quartal 2010 waren es noch 3% und im 1. Quartal 2,4%.

Die vier wichtigsten Marken Dunhill, Kent, Lucky Strike und Pall Mall konnten sogar mengenmäßig um 11% auf 179 Mrd Zigaretten zulegen, und in 26 der 40 wichtigsten Länder hat BAT seinen Marktanteil ausgebaut. Selbst in Deutschland hat sich der Marktanteil dank der guten Performance von Pall Mall und Lucky Strike erhöht.

Gründe für das gute Deutschland-Geschäft sind zudem gesunkene operative Kosten und höhere Zigarettenpreise. Der Konzern erwartet auch im Gesamtjahr gute Ergebnisse, blieb aber einen konkreten Ausblick schuldig. Das Management kündigte aber eine Erhöhung der Zwischendividende um 15% auf 38,1 Pence pro Aktie an.

Die Schwellenländer sowie Osteuropa gewinnen immer mehr an Bedeutung

Zuletzt hat BAT den zweitgrößten Zigarettenhersteller Kolumbiens übernommen. Und das Osteuropa-Geschäft wird jetzt durch den Erwerb der bulgarischen Bulgartabac gestärkt. BAT überzeugt seit Jahren trotz aller Krisen durch kontinuierliches Umsatz- und Gewinnwachstum und steht erneut vor einem Rekordjahr.

Die Folge: Die Aktie entwickelt sich deutlich besser als der Vergleichsindex FTSE 100. Wir belassen das Timing bei 5 Sternen. Die operative Stärke rechtfertigt die aktuelle Bewertung. Daneben spricht die attraktive Dividendenrendite für BAT.

Portrait: BAT

BAT Industries ist der drittgrößte Zigarettenhersteller der Welt. Der Konzern vertreibt über 300 Marken in 180 Ländern, produziert in 40 Ländern und ist Marktführer in mehr als 50 Ländern. Zu den bekanntesten Marken zählen Dunhill, Pall Mall, HB, Lucky Strike, Peter Stuyvesant, Benson & Hedges, Rothman’s und Kent. HV: April 2012

Philip Morris International: Asiatische Raucher lassen die Kasse von PMI klingeln

Auch sehr gut, aber nicht ganz so aussichtsreich wie BAT sehen wir die Philip Morris International. Aber auch in Deutschland und anderen Ländern der EU hat der Konzern mehr Zigaretten verkauft. In Spanien ging der Konsum dagegen wegen der schlechten Wirtschaftslage und höherer Steuern zurück. Im 1. Halbjahr stieg der weltweite Zigarettenabsatz um 0,8% auf 449,1 Mrd Stück, der Umsatz um 11,5% und der Gewinn um 22,8%.

Im 2. Quartal lagen die Zuwachsraten bei Umsatz und Gewinn mit 16,4 und 26,2% sogar noch höher. Auch Bilanz und Finanzkraft sind stärker geworden. Der Cash-Bestand hat sich seit Jahresbeginn auf 2,18 Mrd $ erhöht, die langfristigen Schulden sind gesunken und der freie Cashflow übertraf mit 6,17 Mrd $ den Halbjahresgewinn um 43%.

Jahresprognose angehoben

Weil das Geschäft trotz der internationalen Anti-Raucherkampagnen so gut läuft, hat das Management die Jahresprognose erneut angehoben und erwartet jetzt einen Gewinn von 4,70 bis 4,80 $ pro Aktie.

Der hohe Cashflow erlaubt Dividendenerhöhungen, Aktienrückkäufe im Umfang von 5 Mrd $ sowie Akquisitionen. PMI will seine Präsenz vor allem in den wachstumsstarken Schwellenländern ausbauen. Der Konzern hat jedoch auch mit verschiedenen Widrigkeiten zu kämpfen.

So will Australien die Einheitspackung mit Schockbildern ohne Logo und Herstellernamen einführen. PMI geht dagegen gerichtlich vor und macht die Verletzung der Geschäftsausübung geltend. Experten zufolge sind die Erfolgsaussichten der Klage gut.

Hinzu kommt der zunehmende Zigarettenschmuggel in der EU, wodurch nicht nur den Staaten Milliarden an Steuern entgehen, sondern den Tabakkonzernen auch Umsätze. Timing unverändert 4 Sterne. Analyse: Im September 2011

Portrait:

Philip Morris International (PMI) zählt mit einem Marktanteil von nahezu 16% außerhalb der USA zu den weltweit führenden Zigarettenkonzernen. PMI entstand im März 2008 durch Abspaltung von Altria. Zur Produktpalette gehören Chesterfield, Virginia Slims, Parliament, L&M und Marlboro. Die Produkte werden in mehr als 160 Ländern verkauft. HV: Mai 2012

26. September 2011

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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