Philips kommt mit seiner Neuausrichtung voran

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Philips hat eine umfangreiche Restrukturierung eingeleitet. Erst Erfolge werden langsam sichtbar. (Foto: oleschwander / shutterstock.com)

Die Quartalsberichtssaison ist gerade gestartet und mit gemischten Gefühlen blicken die Anleger auf die täglich eintreffenden Zahlenwerke. Dabei finden die Unternehmen, die sich gerade neu ausrichten, besondere Beachtung. Zum Wochenauftakt legte der – inzwischen auf Gesundheitstechnologie ausgerichtete – niederländische Konzern Philips sein Zahlenwerk vor und konnte dabei überzeugen.

Unternehmensportrait

Noch zählt das Unternehmen Philips als Mischkonzern mit den Sparten Gesundheitstechnologie und Haushaltsgeräten mit Sitz in Amsterdam. Doch der Umbau zu einem reinen Gesundheitstechnologiekonzern ist in vollem Gang. Dazu hat der Konzern eine Reihe von Unternehmen zugekauft und sich im Gegenzug von anderen Geschäftsteilen getrennt – mit Erfolg, wie man inzwischen erkennen kann. Insgesamt beschäftigt Philips mehr als 70.000 Mitarbeiter weltweit.

Die Aktivitäten von Royal Philips gliedern sich in die Geschäftsfelder „Personal Health“ mit Produkten für Konsumenten und „Health Systems“, dem professionellen medizinischen Bereich, zu dem auch Philips Medical Systems DMC gehört.

Konzernumbau belastet

Auch wenn höhere Kosten für den Konzernumbau sowie Zukäufe für eine gewisse Belastung sorgten, konnten die Zahlen dennoch überzeugen. Zwar verdiente das Unternehmen mit 124 Mio. Euro mehr als die Hälfte weniger als im Vorjahr und auch ohne die Erträge aus der verbliebenen Beteiligung an der Lichttechnik-Firma Philips Lighting lag der Verdienst mit 94 Mio. Euro ebenfalls deutlich unter dem Vorjahreswert, der noch 128 Mio. Euro betrug.

Positiv fällt dann schon der Blick auf das bereinigte operative Ergebnis aus. Das Ebita verbesserte sich auf von 298 auf 344 Mio. Euro. Beim Umsatz gab es auf den ersten Blick einen Rückgang um 2% auf mehr als 3,9 Mrd. Euro.  Auf vergleichbarer Basis – also ohne den Einfluss von Währungseffekten sowie Zu- und Verkäufen – konnte der Umsatz allerdings um 5% zulegen. Insgesamt wurden die Prognosen für das laufende und kommende Jahr bestätigt.

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Charttechnik sendet Kaufsignal

Während es im vergangenen Jahr mit dem Wert überwiegend stetig nach oben ging, zeigten sich am Ende des vergangenen Jahres und zu Beginn des laufenden Jahres kurzfristig erste Ermüdungserscheinungen seitens der Charttechnik, die den intakten Aufwärtstrendkanal nach unten durchbrechen ließen.

Inzwischen nimmt der Kurs wieder die obere Begrenzung – resultierend aus den Höchstständen 2017 – bei 36 Euro ins Visier. Sollte diese Hürde nachhaltig übersprungen werden, könnte es recht schnell auf die 40 Euro Begrenzung gehen.

Robuste Kennziffern

Auch von den fundamentalen Kennziffern ist der Konzern recht gut aufgestellt: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei unter 20 und die Dividendenrendite bei knapp 2%. Erste Erfolge der Umstrukturierung sind ohne Zweifel zu erkennen. Jetzt muss Philips zeigen, dass diese Tendenz weitergeführt werden kann. Falls dies gelingt, dürfte die Aktie ihren Aufwärtstrend fortsetzen.

Philips ist durchaus eine interessante Aktie. Doch es gibt Aktien, die Ihnen ein erheblich besseres Chance/Risiko-Verhältnis bieten.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.