Pinterest: Aktie des sozialen Netzwerks mit Bodenbildung

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Pinterest: Aktie des sozialen Netzwerks mit Bodenbildung. Gelingt die Monetarisierung der Nutzerbasis, könnte sich die Aufwärtsbewegung fortsetzen (Foto: Happy Zoe / shutterstock.com)

Als die Fotoplattform Pinterest im April letzten Jahres den Sprung aufs Parkett wagte, war der Andrang gewaltig. Die Investoren standen Schlange und der Internet-Konzern konnte seine Aktien zu 19 Dollar deutlich über der ursprünglich angepeilten Preisspanne von 15 bis 17 Dollar auf den Markt bringen. Im Anschluss schossen die Papiere bis auf 36 Dollar in die Höhe bis mit Vorlage der Quartalszahlen wieder Ernüchterung eintrat.

Von August bis Mitte Dezember rauschten die Anteilsscheine bis auf 17 Dollar und damit unter den Ausgabepreis in die Tiefe. Durch die Konsolidierung ist Börsenwert auf „nur“ noch 1,5 Milliarden Dollar zusammengeschrumpft.

Wie steht es um die operative Entwicklung des Unternehmens? Was können die Anleger in Zukunft erwarten und wie schätzen die Analysten das Wachstumspotenzial ein?

Pinterest im Portrait

Pinterest ist ein sozialer Internetdienst im Bereich Foto-Hosting. Über die Plattform (online oder App) können Benutzer Bilder hochladen, diese in Kategorien und bestimmte Themen einteilen und mit anderen Benutzern teilen. Auf diese Weise haben User die Möglichkeit, Interessantes, Inspirierendes oder Nützliches auf ihrer virtuellen Pinnwand zu speichern und mit Kommentaren zu versehen oder auf Pinnwänden anderer Nutzer zu entdecken.

Derzeit nutzen weltweit über 320 Millionen Menschen monatlich Pinterest, um in über 175 Milliarden Inhalten aus diversen Themengebieten wie Kochen, Reisen, Hochzeit, Feste, Mode, Inneneinrichtung, Garten, Sport u.v.a. zu suchen.

Rasant wachsende Nutzerzahlen….

Pinterest ist im Jahr 2010 als Ideenkatalog gestartet und konnte innerhalb kürzester Zeit Rekordnutzerzahlen vermelden. Bereits in 2012 zählte das Unternehmen 30 Millionen Nutzer. Im zurückliegenden Quartal (Q3 2019) waren es dann bereits 322 Millionen Nutzer und damit 21,5% mehr als im vergleichbaren Vorjahresquartal. Dabei verfügt der Konzern über eine beachtliche weltweite Verbreitung. Mit 87 Millionen monatlichen Nutzern stammen nur 27% aus den USA.

…..aber deutlich schlechtere Monetarisierung

So beeindruckend das Wachstum aber auch sein mag, die Monetarisierung der Nutzer (ARPU: Average Revenue Per User) erscheint auf den ersten Blick, vor allem im Vergleich zu anderen sozialen Netzwerken, eher schwach. Bei einem Umsatz von 280 Millionen Dollar im dritten Quartal erzielte Pinterest nur einen Umsatz von 90 Cent je Nutzer. Für Sie zum Vergleich: Facebook kommt auf einen Umsatz je Nutzer von stolzen 7,26 Dollar.

Unter dem Strich konnte das Umsatzwachstum mit 47% im zurückliegenden Quartal überzeugen, aber beim „Geld verdienen“ muss Pinterest noch eine Schippe drauflegen. Unter dem Strich verharrt der Foto-Dienst mit einem Verlust von 125 Millionen Dollar weiterhin tief in der Verlustzone. Innerhalb der ersten neun Monate summieren sich die Verluste auf stolze 1,32 Milliarden Dollar. Allerdings sind darin auch hohe Einmalkosten für den Börsengang enthalten, die in den Folgejahren wegfallen.

Analysten sind gespalten

Entscheiden wird nun sein, ob es Pinterest zukünftig gelingt, die erst spät eingeleiteten Maßnahmen, das Geschäftsmodell über Werbeeinahmen zu monetarisieren, zum Erfolg zu führen. Ob dies gelingt, ist zum jetzigen Zeitpunkt schwer abzusehen. Das sehen offenbar auch die Analysten so. Insgesamt beschäftigen sich 21 Experten mit der Aktie, die das Kursziel zwischen 14 und 32 Dollar taxieren. Das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit mit 28 Dollar aber deutlich (41%) über dem aktuellen Kursniveau.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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