Pinterest: Aktie des sozialen Netzwerks weiter auf Achterbahnfahrt

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Pinterest: Umsatz des sozialen Netzwerks zieht im ersten Quartal rasant an - die Kosten aber auch. Kooperation mit Online-Spezialist Shopify könnte für positive Impulse sorgen (Foto: I am Nickom / shutterstock.com)

Im Zuge der Corona-Krise kam auch die Aktie der Fotoplattform ordentlich unter die Räder. Von Anfang Februar bis Mitte März kollabierten die Papiere von 25 bis auf knapp unter 11 Dollar, nur um sich im Anschluss bis auf über 21 Dollar zu erholen.

Entsprechend gespannt waren die Anleger im Vorfeld der Quartalszahlen. Nachdem Facebook und Alphabets Rückgänge im Werbegeschäft weniger dramatisch ausfielen als befürchtet, hatten auch die Pinterest-Anleger Hoffnung geschöpft. Allerdings wurden sie enttäuscht. Zwar lag das Umsatzwachstum über den Erwartungen, aber die Kosten des Konzerns sind förmlich explodiert.

Pinterest im Portrait

Pinterest ist ein sozialer Internetdienst im Bereich Foto-Hosting. Über die Plattform (online oder App) können Benutzer Bilder hochladen, diese in Kategorien und bestimmte Themen einteilen und mit anderen Benutzern teilen. Auf diese Weise haben User die Möglichkeit, Interessantes, Inspirierendes oder Nützliches auf ihrer virtuellen Pinnwand zu speichern und mit Kommentaren zu versehen oder auf Pinnwänden anderer Nutzer zu entdecken.

Derzeit nutzen weltweit über 360 Millionen Menschen monatlich Pinterest, um in über 175 Milliarden Inhalten aus diversen Themengebieten wie Kochen, Reisen, Hochzeit, Feste, Mode, Inneneinrichtung, Garten, Sport u.v.a. zu suchen.

Beeindruckendes Wachstum bei den Nutzerzahlen

Pinterest ist im Jahr 2010 als Ideenkatalog gestartet und konnte innerhalb kürzester Zeit Rekordnutzerzahlen vermelden. Bereits in 2012 zählte das Unternehmen 30 Millionen Nutzer. Im zurückliegenden Quartal (Q1 2020) waren es dann bereits 367 Millionen Nutzer und damit 26% mehr als im vergleichbaren Vorjahresquartal. Dabei verfügt der Konzern über eine beachtliche weltweite Verbreitung. Mit 90 Millionen monatlichen Nutzern stammen nur 24,5% aus den USA.

Weiter hohes Wachstum, aber stark steigende Kostenbasis

Im ersten Quartal gingen bei Pinterest 272 Millionen Dollar an Umsatz durch die Bücher, was einem Zuwachs um 34,7% entspricht. Zugleich sind allerdings auch die Kosten förmlich durch die Decke gegangen und auf 418 Millionen Dollar (+70%) angestiegen. Unter dem Strich weitete Pinterest den Verlust auf 141 Millionen Dollar massiv aus. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahresquartal hatte der Verlust noch bei 41,42 Millionen Dollar gelegen.

Die Zahlen machen eines deutlich: Pinterest gelingt es weiterhin nicht, seine im Grund beachtliche Nutzerbasis in Gewinne umzumünzen. Mit jedem internationalen Nutzer erzielte der US-Konzern gerade einmal einen Umsatz von 13 Cent. Facebook kommt beispielsweise auf einen Wert von 4 Dollar pro Nutzer.

Kooperation mit Shopify könnte für Rückenwind sorgen

Trotzdem gab es zuletzt auch Lichtblicke. Zum einen ist die Bilanz mit einem Liquiditätsbestand von 1,07 Milliarden Dollar weiterhin grundsolide. Zum anderen könnte die gerade bekanntgegebene Kooperation mit dem Ecommerce-Riesen Shopify für Unterstützung sorgen.

Shopify bietet eine Plattform für Unternehmen an, die ihre Onlinegeschäfte darüber abwickeln möchten. Jetzt können die angebundenen Shopify-Händler ihre Online-Kataloge auf Pinterest hochladen und als kaufbare Pins anbieten und verkaufen. Die App soll dabei automatisch Pinterest und den eigenen Shop verbinden, der Händler muss also keinen großen Aufwand betreiben. Offenbar schätzt Shopify den Wert der gewaltigen Pinterest Nutzerbasis. Wir dürfen also gespannt sein, ob und wie sich die Zusammenarbeit in den kommenden Zahlen bemerkbar macht.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.