Platin: Belastungsfaktoren werden komplett ausgeblendet

Platin steht schon seit geraumer Zeit im Schatten des Goldes.

Mittlerweile tauchen auch regelmäßig Prognosen auf, die beim Platin und Palladium eine Fortsetzung der Schwäche für den weiteren Jahresverlauf erwarten.

Die jüngste Prognose, die ein eher negatives Szenario für Platin entwirft, erschien vor wenigen Tagen von Barclays Capital.

Für das laufende Jahr erwarten die Rohstoff-Experten einen Durchschnittspreis von 1.239 Dollar pro Unze. Aktuell geht der Preis bei rund 1.150 Dollar.

Vor wenigen Wochen sackte der Preis erstmals seit 2009 wieder unter die Marke von 1.100 Dollar.

Daran sehen Sie schon sehr schnell: Beim Platin ist schon ein extrem niedriges Niveau erreicht worden.

Das zeigt Ihnen auch der Vergleich zum Gold. Gold notiert aktuell mehr als 50 Dollar über dem Platinpreis. Das passiert wirklich recht selten.

Chronisches Angebots-Defizit beim Platin wird die Lage verschärfen

Dieser Abschlag ist schon erstaunlich bei den Aussichten für Platin. So erwarten die Experten von Barclays Capital für das laufende Jahr ein Angebotsdefizit beim Platin und auch beim Palladium.

Das ist nichts Neues bei den beiden Metallen – doch je länger so etwas andauert, desto größer werden auch die Auswirkungen auf den Weltmarkt.

Ein wichtiger Faktor für die Nachfrage beim Platin ist zum einen die Automobil-Industrie. Dort wird das Edelmetall im Bau von Katalysatoren eingesetzt. Zum anderen ist Platin ein wichtiges Schmuckmetall.

Aktuelle Weltmarktlage

Hier hat laut Angaben von Barclays insbesondere der chinesische Markt in den vergangenen Monaten eine klare Schwäche gezeigt. Auf Jahressicht sind beispielsweise im Februar die Platinimporte in China um 58 % gefallen.

Gleichzeitig sind die Goldimporte in China massiv angestiegen. Daran sehen Sie schon worauf China aktuell setzt: Gold läuft Platin hier ganz klar den Rang ab. Doch der Weltmarkt für Platin ist sehr viel kleiner.

Das liegt eben auch daran, dass es weltweit deutlich weniger wirtschaftliche Vorkommen gibt. Zudem sind diese Vorkommen in Regionen angesiedelt, die mit vielen Problemen zu kämpfen haben.

Russland und Südafrika beherrschend den Weltmarkt bei Platin. Russland kämpft massiv gegen die westlichen Sanktionen. In Südafrika wir die Platinproduktion immer wieder durch massive Streiks lahmgelegt.

Das hängt sicherlich auch mit den anspruchsvollen Förderbedingungen in Südafrika zusammen. Dort lagern die Vorkommen häufig in Tiefen von mehr als 3.000 Metern.

Die Produktion ist unter solchen Bedingungen anspruchsvoll und v. a. auch teuer.

Fazit

Daran sehen Sie: Es existieren zwar eine Menge Belastungen beim Platin, die aber aktuell vom Markt nicht wirklich wahrgenommen werden.

So etwas kann sich aber schnell ändern – und dann wird der Preis wieder deutlich steigen.

7. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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