Platin: Oft übersehen – aber mit großem Potenzial

Beim Blick auf die Rohstoffmärkte stehen eben vornehmlich die Edelmetalle mit Gold und Silber und Öl im Fokus der meisten Investoren. Das ist ein klarer Fehler, denn die Anlageklasse der Rohstoffe ist sehr vielbreiter gestreut.

Speziell im Segment der Edelmetalle gibt es mit Platin und Palladium noch weitere Metalle, die jedoch in der öffentlichen Wahrnehmung kaum eine Rolle spielen. Doch gerade Platin durchläuft schon seit längere Zeit eine spannende Marktphase.

Über viele Jahre hinweg notierte der Platinpreis über dem Goldpreis – das zeigte sich auch an den deutlich höheren Preisen bei Platinschmuck. Nun kosten zwar Platinringe immer noch mehr als Goldringe- doch das entspricht nicht mehr dem tatsächlichen Marktgeschehen.

Immerhin liegt der Goldpreis in diesen Tagen fast 300 Dollar über dem Platinpreis: Gerade seit Beginn der vergangenen Woche ist die Differenz wieder klar angestiegen. Der kurzfristige Schub durch die Brexit-Verunsicherung beim Gold hat sich eben nicht auf Platin ausgewirkt.

Die Erklärung dafür ist einfach: Gold wird als klassische Absicherung in Krisenfällen angesehen. Platin ist aber vielmehr ein Industrie-Metall mit wichtigen Anwendungen vornehmlich in der Automobil-Industrie und als Schmuckmetall.

Platin weist klares Angebots-Defizit auf

Im Grunde notiert der Platinpreis derzeit zu niedrig, denn der Platinmarkt strebt auf ein klares Angebots-Defizit in diesem Jahr zu. Zudem werden schon jetzt Teile der Produktion nicht mehr kostendeckend abgewickelt. Für die Produzenten ist die Platin-Produktion teurer als der hinterher zu erzielende Marktpreis.

Bei diesen Voraussetzungen und der großen Preisdifferenz zum Gold rechnen viele Marktexperten mit einem deutlichen Aufschwung beim Platin. Selbst wenn es nur zur Preisparität kommen sollte, hätte Platin hier ein Aufwärts-Potenzial von annähernd 300 Dollar.

Die Frage ist nur: Wann beginnt der nächste Preisaufschwung beim Platin? Die Frage ist gerade in diesem Fall nicht einfach zu beantworten. Den Angebots-Engpass sowie die niedrigen Preise gibt es nun schon seit einiger Zeit beim Platin – doch der Preis hat sich noch nicht deutlich bewegt.

21. Juni 2016

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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