Platin vs. Palladium: Welches Edelmetall hat die Nase vorn

Kurse Charts – Phongphan – shutterstock_546133276

Bei den Edelmetallen Platin und Palladium war in diesem Jahr viel los. Doch wer hat hier die Nase vorn? (Foto: Phongphan / Shutterstock.com)

Manchmal gelten an den Rohstoffmärkten auch noch die klassischen Muster von Angebot und Nachfrage – derzeit gilt das beispielsweise bei den Edelmetallen Palladium und Platin. Und was hier die Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage 2018 ausgelöst haben, werde ich Ihnen heute näher vorstellen.

Zunächst möchte ich Ihnen das positive Beispiel vorstellen: Palladium. Das Edelmetall hat 2018 bis jetzt um 19% zugelegt und jetzt sogar zwischenzeitlich den Goldpreis überflügelt. So wie es Experten auch vermutet hatten, befand sich der Palladium-Markt in diesem Jahr ganz klar in einem Angebotsdefizit. Und wenn eine sehr starke Nachfrage auf ein eingeschränktes Angebot trifft führt das im Idealfall zu steigenden Preisen.

Palladium im Angebotsengpass

Dazu müssen Sie eins wissen: Der massive Anstieg bei der Nachfrage hat auch mit der Automobilindustrie zu tun. So wird Palladium als Metall in Abgaskatalysatoren – vor allem bei Benzinfahrzeugen eingesetzt. Und hier hat die Produktion im laufenden Jahr deutlich zugelegt – auch wegen der Probleme beim Diesel.

Und bei diesem Stichwort bin ich auch schon bei Platin: Dieses Edelmetall ist ganz entscheidend für die Abgaskatalysatoren von Dieselfahrzeugen. Und hier ist die Nachfrage zuletzt deutlich eingebrochen und damit auch die gesamte Nachfrage nach Platin. Auf Jahressicht steht damit der Platinpreis mit 15% im Minus. Aktuell gibt es eben ein deutliches Überangebot und das hat den Preis klar gedrückt.

Stellen Sie sich vor: Die Gold-Platin-Rate kletterte zuletzt auf ein Rekordhoch von 1,6. Was besagt diese Rate? Die zeigt an, wie viele Unzen Platin notwendig sind, um eine Unze Gold zu kaufen. In den vergangenen Jahrzehnten notierte dieser Wert im Durchschnitt bei 0,8. In der Praxis hieß das: Platin war teurer als Gold – das gilt eben für die Werte unter 1.

Platin im klaren Angebotsüberschuss

Jetzt ist Gold extrem teuer im Vergleich zum Platin. Einige Finanzmarktbeobachter leiten daraus eine Strategie ab. Die lautet vereinfacht: Mittel- bis langfristig kehren solche Verhältnisse immer zum historischen Durchschnitt zurück. Also wird der Platinpreis schon bald massiv zulegen.

Das hört sich plausibel an – geht aber völlig an der Marktrealität vorbei. Viel entscheidender als das Preisverhältnis zwischen zwei Metallen sind eben die klassischen Muster von Angebot und Nachfrage. Und die wirken auch bei Platin und Platin viel besser als beim Gold – wo es kaum eine industrielle Nutzung gibt.

Dieser Vergleich zwischen Platin und Palladium hat Ihnen auf jeden Fall gezeigt, dass die klassischen Muster bei bestimmten Rohstoffen doch noch den Markt bestimmen. Für 2019 ist übrigens eine Fortsetzung des Trends zu erwarten. Allerdings hat Platin nach den deutlichen Verlusten leichtes Aufwärtspotenzial, während Palladium nach dem massiven Preisanstieg in diesem Jahr ein leichtes Korrekturpotenzial aufweist.

Gold Nuggets – shutterstock_259913636 Billion Photos

Barrick Gold: Starke Bilanzdaten für den GoldproduzentenAuch Barrick Gold hat mit soliden Bilanzdaten vom hohen Goldpreis profitiert. Lesen Sie hier die Hintergründe. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Heiko Böhmer. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz