Platzen der Immobilienblase in Kanada

Aktuell zeigt das Beispiel Kanada sehr klar auf, dass der Immobilienmarkt alles andere als eine sichere Einbahnstraße nach oben ist. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Der Immobilienmarkt in Deutschland läuft extrem heiß:

Neues zum Immobilien-Wahnsinn

Eine 100 qm große Durchschnitts-Immobilie kostet in 23 Landkreisen oder kreisfreien Städten inzwischen mehr als das 30-fache der erzielbaren Jahres-Netto-Kaltmiete.

Das teilte jüngst die Postbank mit. Den Postbankern zufolge seien die Immobilienpreise in den 3 größten deutschen Städten besonders hoch.

In Berlin würden rund 29, in Hamburg 30 und in München sogar 33 Jahres-Netto-Kaltmieten verlangt und auch bezahlt.

Konkret heißt das, dass Käufer ohne Mieterhöhung um die 30 Jahre lang warten müssen, um zumindest den Kaufpreis durch Vermietung zurückzuerhalten.

Dabei sind Reparatur-Maßnahmen, Immobilien-Steuern und dergleichen gar nicht mit eingerechnet – ein Wahnsinn!

Extrem teures München

Besonders extrem ist die Lage im Großraum München:

Von einem Bekannten hörte ich erst kürzlich, dass eine Freundin von ihm dienstlich in den Großraum München versetzt worden ist.

Hier ist der Wohnungsmarkt gerade für Normalverdiener inzwischen derart extrem angespannt, dass die Kaltmieten einen immer größer werdenden Prozentsatz der Netto-Einkommen beanspruchen.

Diese Freundin denkt deswegen ernsthaft darüber nach ihren Dienst zu quittieren, um nicht von vornherein mehr als die Hälfte ihres Einkommens einem potentiellen Vermieter überweisen zu müssen.

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Blase in Toronto platzt

Anders stellt sich die Lage mittlerweile in Kanada dar – nach Jahren des ungebremsten Preisanstiegs scheint nun das Ende der Fahnenstange erreicht zu sein:

Allen voran in der Großstadt Toronto kann man schon jetzt vom Platzen der Blase sprechen.

Dem lokalen Branchen-Verband TREB zufolge ging die Zahl der Verkäufe von Wohnobjekten im Großraum Toronto allein im Juli dieses Jahres um 40% zurück.

Der Wert des durchschnittlichen Hauses ermäßigte sich seit April von 920.000 auf knapp 750.000 kanadische Dollar.

In diversen Marktberichten wird von einem der rasantesten Markteinbrüche der Geschichte gesprochen. Es sei noch nicht abzusehen, wann ein potentieller Boden erreicht sei.

Interessant ist ferner, dass sich mögliche Käufer örtlichen Beobachtern zufolge aktuell in teureren Regionen wie Toronto oder Vancouver völlig zurückziehen würden.

Die Anhebung des Leitzinses von 0,5 auf 0,75% durch die kanadische Notenbank im Juli wird als ein Grund für den Preis-Abschwung genannt.

Situation in Kanada erinnert an die der USA in 2007

Ja, liebe Leser, im Jahr 2007 begann der Abschwung am US-Immobilienmarkt ähnlich.

Folglich könnte den Menschen in Kanada das Schlimmste noch bevorstehen.

Und es ist auch nur eine Frage der Zeit, ehe im überhitzten Immobilienmarkt der deutschen Ballungsräume das Ende der Preisblase erreicht sein wird…


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.