PNE-Wind-Aktie: Projekt-Entwickler bringt Mega-Deal mit Allianz in trockene Tücher

Lange mussten die Anleger auf die Meldung warten, doch jetzt ist dem Windkraft-Projektierer PNE Wind mit dem Verkauf eines großen Windparks an die Allianz endlich der Befreiungsschlag gelungen.

Damit könnte das größte finanzielle Engagement des Unternehmens doch noch ein gutes Ende nehmen. Die Aktie von PNE Wind reagierte mit einem leichten Kursaufschlag.

Was der Verkauf für den Konzern bedeutet und wie es mittelfristig weitergeht, erfahren Sie jetzt.

PNE Wind im Porträt

PNE Wind ist ein Windpark-Projekt-Entwickler mit Sitz in Cuxhaven. Der Konzern ist auf dem On- & Offshore-Markt und weniger ausgeprägt als Independent Power Producer (IPP) aktiv.

Im Onshore-Sektor entwickelt, errichtet und verkauft PNE schlüsselfertige Windparks an Versorger und Infrastrukturfonds.

Der Konzern ist also nicht als Windturbinen-Hersteller tätig. Hier wird PNE von Firmen wie Siemens, Nordex oder auch Vestas beliefert.

Außerhalb seines Heimatmarktes ist die PNE Gruppe hauptsächlich in Großbritannien, Frankreich, Südafrika, Türkei, USA und Kanada aktiv.

Auf den internationalen Märkten entwickelt das Unternehmen über 4.000 MW und in Deutschland 1.300 MW. Im Offshore-Sektor entwickelt und verkauft PNE die Projektrechte vor dem Errichten.

PNE Wind bedient jede Wertschöpfungs-Stufe

PNEs Kernkompetenzen liegen in der Entwicklung, dem Projektmanagement, der Realisierung und Finanzierung von Windparks und deren Betrieb oder Verkauf mit anschließendem Service.

PNEs Stärke liegt dabei in der Entwicklung und dem Verkauf von Windparks. Mögliche Wettbewerbsvorteile ergeben sich dadurch, dass PNE jede Wertschöpfungs-Stufe bedient.

Allianz kauft Windpark und nimmt Riesenlast von PNEs Schultern

Jetzt gelang dem Cuxhavener Betrieb der Verkauf eines Windpark an einen Infrastrukturfonds der Allianz.

Konkret erwarb der Investor 80% der Gesellschafts-Anteile des von PNE entwickelten 142 MW Windpark-Portfolios. Dafür zahlte die Allianz 103 Mio. €.

Das entspricht ungefähr dem in der Bilanz bei PNE angegebenen Wert bzw. den Investitionskosten des Projektierers. Darüber hinaus gibt es eine Option auf einen weiteren Windpark mit rund 10 MW.

Die verbleibenden 20% des Portfolios behält der Windenergie-Spezialist PNE Wind. Damit wird das gesamte Windpark-Portfolio mit 330 Mio. € bewertet.

Auch nach dem Verkauf noch mit von der Partie

Der Deal bringt erhebliche Entlastung für PNE. Denn die Kombination aus hohen Fixkosten und fehlenden Erlösen hatte zuletzt für tiefe Bremsspuren gesorgt:

Der Umsatz-Rückgang von 37% im 1. Halbjahr auf nur noch 44,8 Mio. € sprach Bände. Auch unter dem Strich schaffte es der Konzern nicht mehr in die Gewinnzone.

Zugleich sorgten die enormen Projekt-Finanzierungen für aufgeblähte Verbindlichkeiten in der Bilanz. Jetzt könnte es den Cuxhavenern endlich gelingen, das Geschäftsmodell breiter aufzustellen.

Denn nach dem Verkauf übernimmt PNE das Management der Windparks. PNE Wind beziffert die zusätzlichen jährlichen Erträge auf einen 2-stelligen Millionenbereich.

Gesamtjahresziele rücken wieder in Reichweite

Die Zahlung des Kaufpreises könnte noch in diesem Jahr erfolgen, wenn die kartellrechtliche Prüfung erfolgreich abgeschlossen ist. Damit rückt PNE seinen ambitionierten Jahreszielen ein gutes Stück näher.

Beim Vorsteuer-Ergebnis peilt die Konzernführung nämlich 100 Mio. € an. Ob PNE die Marke wirklich erreicht oder vielleicht sogar übertreffen kann, dürfte aber noch vom Verkauf kleinerer Objekte abhängen.

14. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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