Polen soll von der EU auf Linie gebracht werden

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Längst schon wurde über eine Neuordnung der Euro-Währungszone debattiert. Zu Ihrem Nachteil, versteht sich. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Es ist ein politischer Eklat erster Güte. Vor wenigen Tagen beschloss das EU-Parlament gegen ein Mitgliedstaat vorzugehen. Gegen Ungarn.

Dort nämlich soll die Regierung unter Viktor Orban den Versuch machen, den Rechtsstaat auszuhöhlen. Hinzu kämen Korruption und die Verdrängung von Nichtregierungs-Organisationen.

Sie wissen inzwischen, dass dies nur die halbe Wahrheit ist.

In Wirklichkeit geht es um den Zankapfel Migration und darum, dass Orban sich nicht der Flüchtlingsagenda von Angela Merkel beugt.

Die EU-Titanic auf Kollisionskurs mit den Schuldenbergen ihrer Mitgliedstaaten

So ist also die Selbstzerfleischung der EU weiter im Gange.

Hinzu kommt: Bis heute hat es die Wirtschafts- und Finanzpolitik der einzelnen europäischen Regierungen und der EU-Kommission nicht geschafft, die sehr reale Gefahr eines Euro-Crashs, die zum politischen Desaster dazu kommt, zu vermindern.

Geschweige denn zu verhindern.

Diesen Wissensvorsprung müssen Sie haben!

Nachfolgend möchten wir diesbezüglich verschiedene Politiker, Ökonomen und Finanzexperten zu Wort kommen lassen, die, jeder für sich, Vorschläge zur Rettung des Euro und zur Stabilisierung der Euro-Zone unterbreitet haben.

Wenn auch zumeist und/oder hauptsächlich zu Lasten der größten Geberländer und der Steuerzahler.

Genau darüber jedoch, müssen Sie unbedingt informiert sein, um einen Wissensvorsprung zu haben.

Über eine Neuordnung der Währungsunion

Längst schon brachten Spitzenvertreter der EU eine Neuordnung, eine neue Architektur für die Währungsunion ins Spiel.

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Dazu gehör(t)en beispielsweise Ex-Europaratspräsident Herman Van Rompuy, Ex-EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, sein Nachfolger Jean-Claude Juncker und EZB-Präsident Mario Draghi.

Allesamt favorisier(t)en schon längst die nachfolgenden Pläne:

Die Haushaltshoheit der eigenen Mitgliedstaaten soll nach Brüssel

Verschiedene EU-Granden streben ein eigenes Parlament für die Euro-Zone an, dass künftig die Fiskal- und Wirtschaftspolitik kontrolliert. Bestehend aus nationalen Parlamentariern und Europa-Abgeordneten.

Hinsichtlich der Haushaltspolitik sollen die Regierungen den anderen EU-Mitgliedsstaaten ihre Haushaltsentwürfe vorab in Brüssel zur Genehmigung vorlegen.

Drohe ein überhöhtes Defizit, könnte die EU-Kommission ihr Veto einlegen. Auch, wenn keine Sparmaßnahmen zum Abbau einer überhöhten Staatsverschuldung vorgesehen sind.

Dann sollen die Regierungen ihren jeweiligen Budgetentwurf korrigieren, bevor dieser in die jeweils nationalen parlamentarischen Beratungen gegeben wird. Allerdings entschieden die Euro-Staaten souverän, wo gekürzt und aufgestockt wird.

Die Idee der Bankenunion

Zur Neuordnung der Währungsunion gehört auch die Idee einer Bankenunion, bei der zunächst die nationalen Einlagesicherungen zu einem europäischen Fonds zusammengelegt werden.

Aufgestockt durch eine Bankenabgabe. Dieses Kapital könnte dann auch in Not geratenen Banken helfen.

Zudem sollte der Eurorettungsschirm ESM solche Banken direkt finanzieren können. Damit würden Rettungsanträge und die Erfüllung zusätzlicher Auflagen entfallen.

Auch verschiedene europäische Wirtschaftswissenschaftler sprachen sich für eine gemeinsame Bankenunion mit einer zentralisierten Aufsicht und einen gemeinsamen Schuldentilgungsfonds aus. Ferner plädieren sie für verbindliche Regeln beim Schuldenabbau und automatische Sanktionsmechanismen.


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.