Polytec: 68,4% Kurs-Plus in den vergangenen 3 Monaten

Im Dezember des vergangenen Jahres habe ich hier an dieser Stelle bereits über den österreichischen Autozulieferer Polytec berichtet.

Damals lautete die Überschrift „Polytec: Aus dem Dornröschen-Schlaf erwacht“.

Nachdem die Polytec-Aktie zuvor von Januar 2015 bis November 2016 die meiste Zeit grob zwischen 7 und 8 € gependelt war, folgte nach der Vorlage guter 9-Monats-Zahlen der Ausbruch nach oben.

Von Anfang November 2016 bis zu meinem 1. Bericht am 22. Dezember legte die Polytec-Aktie von 7,84 auf 10,31 € (+31,5%) zu.

Inzwischen beläuft sich der Gewinn seit Anfang November – und damit in nur etwas mehr als 3 Monaten – auf sage und schreibe 68,4%.

Die weiteren Kurs-Steigerungen liegen vor allem daran, dass der österreichische Mittelständler kürzlich starke Vorabzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016 vorgelegt hat.

Bevor ich gleich im Detail auf das jüngste Zahlenwerk eingehe, möchte ich Ihnen noch einen kurzen Überblick über die Geschichte und die aktuellen geschäftlichen Aktivitäten von Polytec geben.

Polytec im Kurzportrait

Das Unternehmen wurde 1986 als Polytec Elastoform GmbH von Friedrich Huemer in Grieskirchen (Oberösterreich) gegründet. Seit 1995 wird die Automobil-Industrie beliefert.

Im Jahr 2000 übernahm die Beteiligungs-Gesellschaft Capvis die Mehrheit am Unternehmen. Dies ermöglichte den Erwerb von Kunststoff-Werken in Italien und Schweden.

Durch beständiges Wachstum und weitere Übernahmen wuchs der Umsatz auf über 500 Mio. € im Jahr 2005.

Im Jahr 2006 ging Polytec an die Börse, während Capvis aus dem Unternehmen ausstieg. Firmengründer Friedrich Huemer hält weiterhin über 30% der Anteile.

Heute ist Polytec als Autozulieferer und Kunststoff-Verarbeiter tätig

Die Firma ist Komplett-Anbieter im Bereich Spritzguss, Spezialist für faserverstärkte Kunststoffe sowie Produzent von Original-Zubehörteilen aus Kunststoff und Edelstahl.

Die jüngsten Zahlen im Überblick

Polytec schaffte im vergangenen Geschäftsjahr nach vorläufigen Zahlen ein Umsatz-Plus von 4% auf 650 Mio. €.

Beim operativen Gewinn (EBIT) legte das Unternehmen sogar um 40% auf 52 Mio. € zu.

Das ist das beste Ergebnis in der rund 30-jährigen Geschichte des in Oberösterreich ansässigen Konzerns.

Die Netto-Finanzverbindlichkeiten (Bankschulden abzüglich der Cash-Reserven) konnten im Geschäftsjahr 2016 durch die deutlich verbesserte Ertrags-Situation von 99 auf 70 Mio. € gesenkt werden.

Das Eigenkapital stieg um rund 20 auf 190 Mio. €.  Dies entspricht zum Geschäftsjahres-Ende 2016 einer Eigenkapitalquote von soliden 38%.

Polytec-Gründer Friedrich Huemer begründet die gute Entwicklung seiner Firma u. a. damit, dass VW, der größte und wichtigste Kunden von Polytec, nach der Abgaskrise jetzt wieder deutlich besser dasteht.

VW trägt rund 35% zum Gesamt-Umsatz von Polytec bei. „Generell geht es der Auto-Branche derzeit gut. Das wirkt sich auch auf die Zulieferer aus“, sagt Huemer.

Ausblick

Für das laufende Jahr sehe ich sowohl für das Unternehmen Polytec als auch für die Polytec-Aktie weiteres Steigerungs-Potenzial.

Noch hat sich das Polytec-Management nicht zu den Zielen für das Geschäftsjahr 2017 geäußert. Ich gehe aber davon aus, dass die Prognosen eine ähnliche Richtung aufzeigen werden.

9. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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