Polytec: Aus dem Dornröschen-Schlaf erwacht

Die österreichische Polytec Group ist ein mittelständischer börsennotierter Automobil-Zulieferer und Kunststoff-Verarbeiter.

Nachdem deren Aktie trotz Vorlage starker Zahlen von Januar 2015 bis November 2016 die meiste Zeit grob zwischen 7 und 8 € gependelt war, folgte schließlich der Ausbruch nach oben.

Die Vorlage der sehr guten 9-Monats-Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 und der positive Ausblick sorgten dafür, dass die Polytec-Aktie in den vergangenen 7 Wochen um 30% zugelegt hat.

Bevor ich gleich näher auf die jüngsten Zahlen eingehe, stelle ich Ihnen das Unternehmen Polytec zunächst kurz vor.

Polytec im Kurzportrait

Der Konzern wurde 1986 als Polytec Elastoform GmbH von Friedrich Huemer in Grieskirchen (Oberösterreich) gegründet. Seit 1995 wird die Automobil-Industrie beliefert.

Im Jahr 2000 übernahm die Beteiligungs-Gesellschaft Capvis die Mehrheit am Unternehmen. Dies ermöglichte den Erwerb von Kunststoff-Werken in Italien und Schweden.

Durch beständiges Wachstum und weitere Übernahmen wuchs der Umsatz auf über 500 Mio. € im Jahr 2005.

Im Jahr 2006 ging Polytec an die Börse, während Capvis aus dem Unternehmen ausstieg. Der Firmengründer Friedrich Huemer hält noch immer über 30% der Anteile.

Die 9-Monats-Zahlen im Überblick

Polytec steigerte den Umsatz in den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2016 um 3,5% auf 481,9 Mio. €.

In der Automobil-Sparte, die mit 65,7% den größten Anteil am Gesamt-Umsatz hat, legte der Konzern um 1,1% auf 316,6 Mio. € zu.

Im Bereich Nutzfahrzeuge (22,4% des Gesamt-Umsatzes) reduzierte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum um 2,8% auf 107,9 Mio. €.

Dafür legte der Bereich Non-Automotive, in dem alle Aufträge, die nichts mit PKW und Nutzfahrzeugen zu tun haben, abgearbeitet werden, um starke 38,6% auf 57,4 Mio. € zu.

Treiber dieses positiven Trends waren die weiter gewachsenen Umsätze mit Transportboxen im Werk Ebensee (Österreich), wo seit Mitte 2016 die neuen Fertigungs-Linien im Vollbetrieb laufen.

Noch viel besser als beim Umsatz war die Ergebnis-Entwicklung in den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2016:

Der operative Gewinn (EBIT) legte von Januar bis September um satte 26,5% auf 33,8 Mio. € zu. Die operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) verbesserte sich in den 9 Monaten um 1,3% auf 7,0%.

Alleine im 3. Quartal 2016 erhöhte sich die EBIT-Marge um 3,2% auf 8,7% im Vergleich zum 3. Quartal 2015.

Der Nettogewinn legte um 24,7% auf 4,5 Mio. € zu. Nach 9 Monaten beläuft sich der Gewinn je Aktie auf 1 € (nach 0,80 € im Vorjahr).

Ausblick

Für das Gesamtjahr 2016 geht das Polytec-Management um Vorstands-Chef und Großaktionär Friedrich Huemer nach wie vor von einem Umsatzwachstum sowie einer deutlichen Verbesserung der Ergebniszahlen aus.

Wenn Polytec beim Ergebnis zukünftig an die Wachstumsraten der vergangenen Quartale anknüpfen kann, ist auf dem aktuellen Kursniveau bei rund 10,20 € für die Polytec-Aktie noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.

22. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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