Polytec: Ein österreichischer Autozulieferer

Der österreichische Autozulieferer Polytec konnte seine Finanzzahlen in den vergangenen 6 Monaten deutlich steigern. Diese Entwicklung macht ihn auch für Anleger interessant. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die Polytec Group ist ein börsennotierter österreichischer Automobilzulieferer und Kunststoffverarbeiter.

Kunden sind etwa BMW, Volkswagen, Audi, Porsche und Opel.

Das Unternehmen wurde 1986 als Polytec Elastoform GmbH von Friedrich Huemer in Grieskirchen (Oberösterreich) gegründet.

Seit 1995 wird die Automobil-Industrie beliefert.

Im Jahr 2000 übernahm die Beteiligungs-Gesellschaft Capvis die Mehrheit am Unternehmen. Dies ermöglichte den Erwerb von Kunststoff-Werken in Italien und Schweden.

Durch beständiges Wachstum und weitere Übernahmen wuchs der Umsatz auf über 500 Mio. € im Jahr 2005.

Im Jahr 2006 ging Polytec an die Börse, während Capvis aus dem Unternehmen ausstieg. Der Firmengründer Friedrich Huemer hält immer noch über 30% der Anteile.

Die Halbjahres-Zahlen im Überblick

Polytec präsentierte vor einigen Wochen die Zahlen für das 1. Halbjahr 2015.

Das Unternehmen, an dem der Gründer und Vorstandschef Friedrich Huemer knapp 27% der Anteile hält, konnte sowohl den Umsatz als auch alle wesentlichen Ertrags-Kennzahlen im Vergleich zur Vorjahres-Periode deutlich verbessern.

Der Umsatz von Polytec erhöhte sich in den ersten 6 Monaten des Jahres 2015 um 30,6% auf 311,3 Mio. €.

Darin enthalten ist ein Umsatz-Beitrag der beiden Ende November 2014 erworbenen niederländischen Werke in Roosendaal und Putte von rund 57,7 Mio. €.

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Rechnet man diesen der Übernahme zweier Werke geschuldeten Effekt heraus, wurde ein organisches Umsatz-Wachstum in Höhe von 15,1 Mio. € bzw. 6,3% erzielt.

Dieses wurde insbesondere von den deutlich gestiegenen Umsätzen im PKW-Kleinserien-Bereich getragen.

Weitere Einzelheiten zu den Halbjahres-Zahlen

In der umsatzstärksten Sparte von Polytec, dem PKW-Segment, erhöhte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahres-Halbjahr um 36,0% auf 212,9 Mio. €.

Der operative Gewinn (EBIT) von Polytec konnte in den ersten 6 Monaten 2015 von 9 auf 18,2 Mio. € gesteigert und damit, verglichen mit dem Vorjahres-Zeitraum, mehr als verdoppelt werden.

Neben dem Ergebnis-Beitrag der Standorte in den Niederlanden trug die verbesserte Ertragskraft einzelner Unternehmens-Bereiche zur Erhöhung des operativen Gewinns bei.

Zudem wirkte sich der Erwerb selbstgenutzter Immobilien mit rund 3 Mio. € positiv auf das Betriebsergebnis aus (die Mietkosten entfallen dauerhaft).

Die operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) betrug im 1. Halbjahr 5,8% nach 3,8% im Vorjahr.

Sowohl die Material- als auch Personal-Quote konnten gegenüber den Vorjahres-Werten verbessert werden. Polytec erzielte im 1. Halbjahr 2015 einen Nettogewinn in Höhe von 12,1 Mio. € nach 6,9 Mio. € im Jahr zuvor.

Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich damit von 0,30 auf 0,53 €.

Sollte sich die Entwicklung der ersten 6 Monate bis zum Jahresende fortsetzen, käme Polytec aktuell auf ein sehr günstiges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), welches das Unternehmen zu einem der aktuell günstigsten Autozulieferer im deutschsprachigen Raum macht.

Daher bietet Ihnen die Polytec-Aktie ein vergleichsweise gutes Chance-/Risiko-Profil.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.