Polytec: Nach dem übertriebenen Rücksetzer einen Blick wert

Wenn Sie meine Beiträge regelmäßig und schon länger verfolgen, werden Sie den österreichischen Autozulieferer Polytec bereits kennen.

Denjenigen, die das Unternehmen noch nicht kennen, möchte ich es zunächst kurz vorstellen, bevor ich auf das jüngste Zahlenwerk und die Perspektiven eingehe:

Polytec im Kurzportrait

Polytec wurde 1986 als Polytec Elastoform GmbH von Friedrich Huemer in Grieskirchen (Oberösterreich) gegründet. Seit 1995 wird die Automobil-Industrie beliefert.

Im Jahr 2000 übernahm die Beteiligungs-Gesellschaft Capvis die Mehrheit am Konzern. Dies ermöglichte den Erwerb von Kunststoff-Werken in Italien und Schweden.

Durch beständiges Wachstum und weitere Übernahmen wuchs der Umsatz auf über 500 Mio. € im Jahr 2005. Im Jahr 2006 ging Polytec an die Börse, während Capvis aus dem Unternehmen ausstieg.

Firmengründer Friedrich Huemer hält weiterhin über 30% der Anteile.

Heute ist Polytec als Autozulieferer und Kunststoff-Verarbeiter tätig.

Die Firma ist Komplett-Anbieter im Bereich Spritzguss, Spezialist für faserverstärkte Kunststoffe sowie Produzent von Original-Zubehörteilen aus Kunststoff und Edelstahl.

Die jüngsten Zahlen im Überblick

Vor wenigen Wochen hat Polytec seine 9-Monats-Zahlen vorgelegt.

Obwohl die Zahlen stark waren und der Ausblick für das laufende Jahr bestätigt wurde, geriet die Polytec-Aktie daraufhin unter Druck.

Das liegt auch daran, dass die Polytec-Aktie im laufenden Jahr in der Spitze um rund 125% zugelegt hatte, was zu Gewinn-Mitnahmen geführt haben dürfte.

Auf weitere Gründe gehe ich gleich ein, kommen wir aber zunächst zu den Zahlen:

Der mittelständische österreichische Autozulieferer hat in den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2017 sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn kräftig zugelegt:

  • Der Umsatz stieg um 5,4% auf 508 Mio. €.
  • Der operative Gewinn (EBIT) wurde sogar um 28,4% auf 43,4 Mio. € verbessert.
  • Der Netto-Gewinn legte prozentual noch mehr zu und kam um 38,2% auf 31 Mio. € voran.

Angesichts eines erwarteten stabilen Konjunktur-Verlaufs sowie der positiven Geschäfts-Entwicklung aller Großkunden erwartet Polytec weiterhin auch für das Gesamtjahr ein „mindestens leichtes Wachstum sowohl des Konzern-Umsatzes als auch der operativen Ergebniszahlen“.

Ich halte diese Prognose für konservativ und gehe davon aus, dass sie schlussendlich übertroffen wird.

Einige Marktteilnehmer hatten offenbar damit gerechnet, dass Polytec bereits im Rahmen der Vorlage der 9-Monats-Zahlen die eigene Prognose für das Gesamtjahr anheben würde.

Zudem störten sich einige Anleger daran, dass Polytec im 3. Quartal dieses Jahres nicht mehr ganz so dynamisch gewachsen ist wie im 1. Halbjahr.

Polytec-Aktie mit günstiger Bewertung

Angesichts der derzeit noch moderaten Bewertung (Polytec kommt gemessen am erwarteten 2017er-Gewinn auf ein KGV von unter 10), halte ich die Reaktion auf die Zahlen für übertrieben.

Daher sollten Sie sich die Polytec-Aktie ruhig einmal näher anschauen, falls Sie dies noch nicht getan haben!

7. Dezember 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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