Porr legt nach 9 Monaten auf fast allen Ebenen zu

Der österreichische Bau-Spezialist Porr konnte zuletzt Produktions-Leistung, Auftrags-Eingang und Auftrags-Bestand deutlich ausbauen. (Foto: fotogestoeber)

Hätten Sie es gewusst? – Der österreichische Bau-Spezialist Porr ist der älteste börsennotierte Konzern unseres Nachbarlandes.

Die Porr Ag im Kurzporträt

Die Ursprünge der heutigen Porr AG reichen zurück bis ins Jahr 1869. Damals wurde der Betrieb unter dem Namen „Allgemeine österreichische Baugesellschaft” als Aktiengesellschaft gegründet.

Heute ist Porr eine der größten Baufirmen Österreichs und gehört zu den führenden Anbietern in Europa.

Als sogenannter Full-Service-Provider bietet die in Wien ansässige Porr AG alle Leistungen im Hoch-, Tief- und Infrastrukturbau entlang der gesamten Wertschöpfungskette Bau an.

Produktions-Leistung legte in den ersten 9 Monaten deutlich zu

Porr hat vor wenigen Wochen seine Zahlen für die ersten 9 Monate des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt:

Man konnte leistungsseitig an die erfolgreiche Entwicklung der Vorquartale anschließen. Der Gewinn liegt jedoch, wie zuvor prognostiziert, unter dem Vorjahreswert.

Die Produktions-Leistung des Konzerns erreichte in den ersten 9 Monaten dieses Jahres einen Wert von 3,34 Mrd. € und lag damit um 19,9% über dem des Vorjahres.

Neben dem organischen Wachstum war dieser Zuwachs auch auf die neu übernommenen Gesellschaften zurückzuführen.

So entfielen in Deutschland rund 200 Mio. € der Produktions-Leistung auf Zukäufe.

In Österreich wurden aus der Übernahme der Hinteregger-Gruppe noch kaum Leistungen verbucht, da die Übernahme erst Anfang September erfolgte.

Porr-Chef Karl-Heinz Strauss kommentiert die Zahlen wie folgt:

„Wir haben in den vergangenen Monaten sowohl operativ als auch organisatorisch wichtige Weichen gestellt. Die Porr ist für die kommenden Jahre optimal aufgestellt. Wir haben die Basis für die Fortsetzung unseres Wachstumskurses geschaffen.“

Und weiter:

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„In Deutschland können wir durch die Zukäufe den mittel- und norddeutschen Infrastrukturmarkt mit qualifiziertem Eigenpersonal abdecken. In Österreich ergänzt die Hinteregger-Gruppe mit ihrem Know-how im Tiefbau unser Leistungs-Portfolio ideal.

Jetzt geht es um die Integration der neuen Einheiten, die uns auch im nächsten Jahr noch beschäftigen wird, immer mit dem Ziel, nachhaltig zu wachsen und unser Ergebnis zu steigern.“

Auftrags-Eingang und -Bestand auch deutlich im Plus

Neben der Produktions-Leistung legten sowohl Auftrags-Bestand als auch Auftrags-Eingang deutlich zu.

Der Auftrags-Bestand verzeichnete einen Zuwachs von 12,1% und legte auf 5,81 Mrd. € zu.

Der Auftrags-Eingang weiderum legte mit einem Plus von 28,2% sogar noch deutlicher zu und kommt auf einen Wert von 4,35 Mrd. €.

Der Zuwachs im Auftragsb-Bestand ist zu rund 2/3 auf die jüngst getätigten Übernahmen zurückzuführen.

Das Ergebnis wird jedoch durch die getätigten Übernahmen in Deutschland und den damit einhergehenden Integrations-Kosten belastet.

Darüber hinaus führten politische Turbulenzen dazu, dass Logistik- und Beschaffungs-Prozesse in Katar erschwert wurden, was zu höheren Kosten führte.

Insgesamt führten die Kosten-Steigerungen zu einem Rückgang des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 1,4% auf 110,8 Mio. €.

Aufgrund des Anstiegs der Abschreibungen reduzierte sich der operative Gewinn (EBIT) um 30,3% auf 28,4 Mio. €. Der Netto-Gewinn verringerte sich um 30,4% auf 21,3 Mio. €.

Die Gründe für den Gewinn-Rückgang sind temporärer Natur und v. a. nicht einer operativen Schwäche geschuldet.

Fazit

Und so bietet Ihnen die Porr-Aktie aus meiner Sicht auf dem aktuellen Kursniveau ein interessantes Chance/Risiko-Profil.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.