Porr mit überzeugenden Vorabzahlen und guten Perspektiven

Immobilien Rechner Schlüssel Stift – shutterstock_341157776 kurhan

Wie hat sich der österreichische Bau-Spezialist Porr im vergangenen Jahr geschlagen und wie ist es um die weiteren Perspektiven bestellt? (Foto: kurhan / Shutterstock.com)

In der Vergangenheit habe ich bereits ein paar Mal über den österreichischen Bau-Spezialisten Porr geschrieben. Da das Unternehmen kürzlich Vorabzahlen für das Geschäftsjahr 2017 vorgelegt hat, ist es heute wieder einmal soweit.

Bevor ich aber auf die jüngsten Zahlen und die weiteren Perspektiven von Porr eingehe, stelle ich Ihnen das Unternehmen kurz vor, da ich davon ausgehe, dass längst nicht jeder unter Ihnen das älteste börsennotierte Unternehmen aus der Alpenrepublik kennt.

Die Ursprünge der heutigen Porr AG reichen zurück bis ins Jahr 1869. Damals wurde der Betrieb unter dem Namen „Allgemeine österreichische Baugesellschaft” als Aktiengesellschaft gegründet.

Heute ist Porr ist eines der größten Bauunternehmen in Österreich und gehört zu den führenden Anbietern in Europa. Als sogenannter Full-Service-Provider bietet Porr alle Leistungen im Hoch-, Tief- und Infrastrukturbau entlang der gesamten Wertschöpfungskette Bau an.

Das Unternehmen hat seinen Sitz in Wien und die wichtigsten Märkte von Porr sind Österreich und Deutschland. Darüber hinaus ist das Unternehmen aber auch in zahlreichen anderen Ländern rund um den Globus vertreten.

Porr legt 2017 fast überall zu

Porr steigerte in 2017 sowohl die Produktionsleistung als auch den Auftragsbestand zum 5. Mal in Folge. Konkret stieg die Produktionsleistung  – auch dank mehrerer Übernahmen – um 20,7% auf 4,74 Mrd. Euro und erreichte damit einen Rekordwert. Das organische Wachstum (also das Wachstum ohne Übernahmen) betrug 12,3%.

Übernahme Symbolbild Puzzlestücke_shutterstock_701748778_NicoEINino

Peabody Energy bankrott: US-Energie-Sektor fordert nächstes namhaftes OpferAngeschlagene Übernahme-Kandidaten sind riskant: Aktuellstes Opfer ist Branchenprimus Peabody › mehr lesen

Verantwortlich für die starken Zuwächse waren vor allem der Gewerbebau und internationale Infrastrukturprojekte. Der Gewinn wird den Rekordwert des Vorjahres, wie erwartet, nicht ganz erreichen. Der Grund dafür sind Integrationskosten für die getätigten Zukäufe sowie Einmaleffekte durch die Wirtschaftssanktionen gegen Katar.

Dort betreibt Porr mehrere Projekte. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass das Ergebnis von Porr durch Einmaleffekte belastet wurde. Insofern ist es kein Problem, dass Porr im vergangenen Jahr „nur” den zweithöchsten Gewinn in der Unternehmensgeschichte eingefahren hat.

Auch die Perspektiven stimmen

Und die weiteren Aussichten sind ebenfalls positiv: Die prall gefüllten Auftragsbücher sind die Basis für weiteres dynamisches Wachstum. Mit 6,37 Mrd. Euro lag der Auftragsbestand zum Jahresende 2017 um 32,5% über dem Vorjahreswert – ein neuer Rekord.

Der Auftragseingang stieg 2017 sogar um 51,8% auf 6,30 Mrd. Euro. Für dieses Jahr rechnet das Management mit einer Produktionsleistung von circa 5 Mrd. Euro (+5,5%). Beim Gewinn erwarte ich nach dem von hohen Investitionen geprägten Übergangsjahr 2017 überproportionale Zuwächse.

Aus meiner Sicht bietet die Porr-Aktie angesichts der guten Perspektiven und einer vergleichsweise niedrigen Bewertung auf dem aktuellen Kursniveau ein durchaus ansprechendes Chance/Risiko-Profil.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.