Porr: Österreichischer Bau-Spezialist günstig bewertet

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Der österreichische Bau-Spezialist Porr ist derzeit günstig zu haben. Fundamentale Gründe dafür sind nicht zu erkennen. (Foto: fotogestoeber)

Heute stelle ich Ihnen hier im Schlussgong anlässlich meiner Reise nach Österreich ein weiteres spannendes Unternehmen aus unserem Nachbarland vor. Es handelt sich dabei um den Bau-Spezialisten Porr. Die Porr AG notiert als der älteste österreichische Börsenwert seit 1869 an der Wiener Börse.

Die Porr AG ist mit über 20.000 Mitarbeitern und einer Produktionsleistung von rund 5,6 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2018 eines der größten österreichischen Bauunternehmen und einer der führenden Infrastrukturspezialisten in Europa.

Als sogenannter Full-Service-Provider deckt Porr vom Hochbau bis zu komplexen Projekten im Bahn-, Brücken-, Tunnel- und Straßenbau alle Bereiche der modernen Bauwirtschaft ab. Damit erwirtschaftet das Unternehmen in den 5 Hauptmärkten Österreich, Deutschland, Schweiz, Polen und Tschechien mehr als 88% seiner Produktionsleistung.

Projektbezogen ist Porr darüber hinaus in ausgewählten Ländern aktiv. In diesen Projektmärkten konzentriert sich das Unternehmen auf die Kernkompetenzen in der Infrastruktur.

Porr legt im 1. Halbjahr 2019 weiter zu

Porr verfügt nach wie vor über prall gefüllte Auftragsbücher. Der Bau-Spezialist Porr hat seinen Auftragsbestand zur Jahresmitte auf eine Rekordhöhe von 7,60 Mrd. Euro aufstocken können (nach 6,53 Mrd. Euro ein Jahr zuvor) und verzeichnet auch eine ungebrochen starke Nachfrage nach seinen Baudienstleistungen.

Im Einklang mit der Weichenstellung auf profitables Wachstum und operative Exzellenz hat das Unternehmen im 1. Halbjahr die Produktionsleistung nur leicht um 1,6% auf 2,50 Mrd. Euro gesteigert, und der Umsatz sank sogar um 1,9% auf 2,18 Mrd. Euro.

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Dafür lag Porr beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) mit 95,4 Mio. Euro um satte 31,8% über dem Vorjahreswert und verzeichnete einen Vorsteuergewinn von 8,2 Mio. Euro, der damit um 24,4% über dem Wert des 1. Halbjahres 2018 lag.

Auch die Perspektiven stimmen

Das 1. Halbjahr 2019 ist positiv gelaufen. Ich erwarte darüber hinaus, dass Porr in den kommenden Quartalen weiter von der anhaltend starken Baukonjunktur in den Hauptmärkten Deutschland, Österreich und Polen profitieren wird, vor allem durch die langfristig ausgelegten Infrastrukturprogramme.

Auch die Margen sollten sich weiter erholen durch die Neuausrichtung in Deutschland, eine geringe Einbindung von Subunternehmern im Vergleich zum Marktdurchschnitt, Skaleneffekte und eine selektivere Auftragsannahme.

Aufgrund der guten Zahlen und der Aussicht auf weiteres Wachstum und höhere Margen halte ich den marktgetriebenen Kursrückgang der vergangenen Monate für übertrieben. Zudem notiert die Porr-Aktie derzeit mit einem deutlichen Abschlag zur Peer Group (also zu vergleichbaren Unternehmen), was auch angesichts der regionalen Aufstellung von Porr nicht gerechtfertigt ist.

Auf dem aktuell niedrigen Kursniveau ist Porr eine interessante Aktie für Anleger, die weiter steigende Bau-Investitionen in Europa erwarten.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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