Porsche mit über 60% Plus seit September 2017

Warum Porsche nicht gleich Porsche ist und wie die Porsche-Aktie nach der jüngsten Kursrally zu beurteilen ist.

Im Juni des vergangenen Jahres habe ich Ihnen an dieser Stelle letztmals über die Porsche Holding berichtet. Der Grund dafür war die Übernahme des mittelständischen Software-Entwicklers PTV. In meiner damaligen Einschätzung zur Porsche-Aktie schrieb ich Ihnen, dass diese vom Chance/Risiko-Profil her attraktiv sei und damit definitiv einen Blick wert wäre.

Heute schreibe ich Ihnen erneut über die Porsche Holding, da sich die Porsche-Aktie seither sehr erfolgreich entwickelt hat. Sie kommt allein seit September 2017 auf ein Plus von mehr als 60%. Es hat sich also für Sie gelohnt, wenn Sie meinem Rat gefolgt sind und sich näher mit der Aktie beschäftigt haben.

Bevor ich gleich zu den jüngsten Zahlen des Unternehmens und zu meiner aktuellen Einschätzung komme, möchte ich Ihnen die Porsche Holding noch einmal kurz vorstellen, da es sich dabei nicht um den Sportwagenbauer Porsche handelt.

Porsche ist nicht gleich Porsche

Wenn Sie Aktien der börsennotierten Porsche SE kaufen, erwerben Sie nur indirekt Anteile am operativen Geschäft des Zuffenhausener Sportwagen-Herstellers. Denn die Porsche SE ist nicht gleichzusetzen mit dem Sportwagen-Hersteller Porsche.

Die heutige Porsche SE ist vielmehr eine Beteiligungs-Gesellschaft, deren mit Abstand größte Beteiligung ein signifikanter Anteil der Stammaktien von VW ist.

Und das operative Geschäft von Porsche (Bau von Sportwagen) gehört zum VW-Konzern. Konkret: Die Porsche SE hält einen Anteil von 52,2% an den Stammaktien von VW. Das entspricht einem Anteil von 30,8% am gezeichneten Kapital des Wolfsburger Konzerns.

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Darüber hinaus hält die Porsche SE knapp 100% an der PTV AG, ein Anbieter von Software für Verkehrsplanung und Verkehrsmanagement sowie Transportlogistik. Zudem hält die Porsche SE Minderheitsbeteiligungen an dem US-amerikanischen Technologieunternehmen INRIX Inc. und an dem 3D-Druck-Spezialisten Markforged Inc.

Jüngste Zahlen und Perspektiven im Überblick

Die Porsche SE hat in den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2017 (neuere Zahlen werden erst in einigen Wochen erwartet) einen Netto-Gewinn in Höhe von 2,2 Mrd. Euro erzielt. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahres-Zeitraum ein Plus von satten 34%. Die Netto-Liquidität des Unternehmens belief sich zum Ende des 3. Quartals auf 961 Mio. Euro.

Aufgrund des zuletzt rasanten Anstiegs der Porsche-Aktie ist die Position für mich derzeit eher ein Kandidat für die Beobachtungsliste als ein klarer Kauf-Kandidat. Sofern Sie bei Porsche bereits investiert sind, spricht aktuell aber nichts für einen Verkauf.

Die Investmentbank Macquarie hat die Porsche-Aktie in der vergangenen Woche von Neutral auf Outperform hochgestuft und ihr Kursziel von 62 auf 89 Euro erhöht. Das neue Kursziel der Bank liegt damit nur wenige Euro unter dem Hoch, das die Porsche-Aktie im März 2015 erreichte.

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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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