Präzise wie ein Uhrwerk

Maschinenbau aus der Schweiz? Das kann funktionieren – auch trotz des teuren Franken. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Unternehmen aus dem Maschinenbau agieren oft in Teilbereichen, die man zwar vordergründig nachvollziehen, aber nicht im Detail verstehen kann. Beispielsweise kommt es bei zahlreichen Industrie-Lösungen maßgeblich aufs Detail an: Wie verhält sich ein Werkstoff?

Welche Wartung wird nötig? Solche und andere Fragen muss sich die Industrie stellen, bevor entsprechende Lösungen eingekauft werden. Unternehmen wie Georg Fischer haben sich in vielen Bereichen einen Namen gemacht. Kunden wissen dann in der Regel, was sie zu erwarten haben.

Georg Fischer (GF) konzentriert sich auf die drei Kerngeschäfte GF Piping Systems (Rohrleitungssysteme), GF Automotive (Fahrzeugtechnik) und GF Agie Charmilles (Fertigungstechnik). Der 1802 gegründete Konzern verfügt in 30 Ländern über 125 Gesellschaften, davon 48 Produktionsstätten.

Lichtblick in der Fertigungstechnik

Der starke Schweizer Franken hat GF die Halbjahresbilanz verhagelt. Umsatz und Gewinn gingen zurück. Auch Auftragseingang und -bestand erreichten mit 1,8 Mrd SFr und 577 Mio SFr nicht das Vorjahresniveau. Ohne Gegenmaßnahmen wäre es aber noch schlimmer gekommen.

Ein Lichtblick war lediglich die Fertigungstechnik, die profitabel gewachsen ist. Verantwortlich waren gute Geschäfte in Europa und den USA mit Kunden aus den Bereichen Luftfahrt und Elektronik.

Georg Fischer geht das Kostenproblem an

Der Konzern geht davon aus, dass die eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung, wie Mehrarbeit in den Schweizer Betrieben, in den kommenden Monaten ihre volle Wirkung entfalten werden.

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Andererseits gibt es belastende Faktoren wie die Wachstumsabschwächung in China, die Probleme in der Eurozone und das schlechte Marktumfeld in Russland. Vor diesem Hintergrund erwartet das Management in der zweiten Jahreshälfte ähnliche Ergebnisse wie in der ersten.

Langfristig vielversprechend ist die kürzlich geschlossene Partnerschaft mit der deutschen EOS, dem weltweit führenden Anbieter von Lösungen für den 3D-Druck, und damit der Einstieg in dieses neue Geschäftsfeld.

Dividende ist nicht zu verachten

Die ersten gemeinsam entwickelten Maschinen werden im Oktober auf der Fachmesse EMO vorgestellt. Auch das neue Joint Venture mit dem kanadischen Kfz-Zulieferer Linamar sollte sich ab 2017 auszahlen. Es geht um die gemeinsame Herstellung von Leichtmetall-Komponenten für die Autoindustrie.

Wir gehen davon aus, dass GF den Währungsdruck im 2. Halbjahr kompensieren kann und sind für das Gesamtjahr etwas optimistischer als der Konzern selbst. Maßgeblich entscheidend sind für uns vor allem auch die guten Beziehungen zu Kunden.

Weiterhin sind Währungsturbulenzen mittel- und langfristig auszugleichen. Hinzu kommt eine interessante Dividende von 2,7%. Die Aktie ist daher eine Überlegung wert.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.