Preisabsturz beim Öl: Das steckt dahinter

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Allein am vergangenen Freitag rauschte der Ölpreis um knapp 10%. Lesen Sie hier die Hintergründe. (Foto: Christopher Halloran / shutterstock.com)

Die Coronavirus-Krise breitet sich immer weiter aus. Gut möglich, dass auch schon bald bei uns in Deutschland Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern erst einmal abgesagt werden. In der Schweiz passiert genau das schon seit knapp 2 Wochen.

Mit der neuen Regelung würden auch in Deutschland weitere Messen nicht stattfinden und auch beim höherklassigen Fußball käme es wohl entweder zu Geisterspielen oder kompletten Spielabsagen – so wie jetzt schon in Italien.

Doch wie Sie wissen geht es an dieser Stelle um Rohstoffe – und auch die leiden aktuell unter der Virusepidemie. Ganz massiv gilt das für Öl in diesen Tagen. Schon seit Beginn der Krise stand der Ölpreis unter Druck. Die einfache Argumentation dahinter: Sollte die Wirtschaft stark einbrechen, wird deutlich weniger Öl benötigt.

Und tatsächlich ist ja beispielsweise der Reiseverkehr in China im Januar schon im Vorjahresvergleich komplett eingebrochen. Die Tendenz hat sich dann im Februar fortgesetzt. Insofern ist es naheliegend, dass jetzt weniger Öl benötigt wird. Daher schauten viele Experten gebannt auf die aktuelle Opec Sitzung am vergangenen Freitag. Dort waren auch die OPEC plus Mitglieder mit dabei zu denen beispielsweise Russland gehört.

Ziel war es, eine weitere Einschränkung des weltweiten Angebots um mindestens 1,5 Millionen Barrel pro Tag zu beschließen. Auch hier steckt eine einfache Überlegung dahinter: Wenn die großen Ölförderländer die angebotene Menge senken, wird der Preis steigen.

Macht des Ölkartells OPEC bröckelt

Doch die Macht des Ölkartells bröckelt – und so ist es eben nicht zu dieser Produktionskürzung gekommen. Nun sieht es mittlerweile so aus, dass einige Länder den Markt sogar mit Öl fluten wollen – egal zu welchem Preis. Sie können sich vorstellen, was in so einem Umfeld mit dem Ölpreis passiert: Er fiel am Freitag ins Bodenlose und rauschte um knapp 10 % nach unten. Solche massiven Preisabschläge hatte es zuletzt während der weltweiten Finanzkrise im Jahr 2008/2009 gegeben.

Stellen Sie sich vor: Seit Beginn der Krise Anfang Februar hat der Ölpreis bis jetzt schon um 32 Prozent an Wert verloren. Diese Werte beziehen sich immer auf die maßgebliche US-Sorte WTI. Bei der in Europa maßgeblichen Sorte Brent sieht es ähnlich aus mit einem Preisabsturz von immerhin 31 Prozent.

Wie Sie sich vorstellen können, hat das natürlich auch die großen Öl Aktien unter Druck gesetzt. Wie sich die Lage aktuell bei diesen Werten darstellt, werde ich Ihnen schon morgen an dieser Stelle genau vorstellen. Eine Sache kann ich Ihnen heute schon verraten: Ölwerte sind wahre Dividendenperlen. Nach den klar abgerutschten Kursen bieten etliche Werte Dividendenrenditen auf Jahresbasis von 8 % und mehr.

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Heiko Böhmer
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